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Masturbationssucht: Gibt es sie und ist sie gefährlich?

Erstellt am 20. April 2010 von Erospashop

Selbstbefriedigung ist anders als in früheren Tagen zur Normalität geworden, man ist sich weitgehend einig, dass Masturbation nur positive Effekte für Körper, Geist und die Entwicklung aufweist. Allerdings befürchten manche Menschen – vor allem Männer – dass sie zu häufig masturbieren würden. Oder andere aus ihrer Umgebung werfen Viel-Masturbierern vor, sie wären süchtig nach Selbstbefriedigung. Es stellt sich die Frage: Gibt es die Masturbationssucht und falls ja, ist sie gefährlich?

Masturbieren ist gesund

Sicher ist, dass masturbieren grundsätzlich gesund ist. Beinahe 100 Prozent der Menschen in unseren Breitengraden onanieren und die meisten davon ihr Leben lang, wenn auch mal mehr und mal weniger. Männer wie Frauen erkunden spätestens in der Pubertät ihren Körper, da bleibt das „sich selbst streicheln“ nicht aus. Zudem lernt jeder auf diese Weise seine Vorlieben kennen, was wiederum in der Partnerschaft ein großer Vorteil ist. Denn wie sollte man ansonsten mitteilen können, was einem gefällt und was nicht, wenn man es nicht selbst ausprobiert hat. Psychisch betrachtet ist masturbieren also vorteilhaft, auch körperlich verhilft die Onanie dazu, dass die betroffenen Regionen „trainiert“ werden und bleiben und somit auch beim Sex mit einem Partner intensivere Gefühle bereiten können. Dies gilt für beide Geschlechter, aber vor allem für Frauen ist das „Sex-Training“ durch Solo-Sex hilfreich für genussvolle Erotik mit dem Partner und für Orgasmen. Zu erwähnen sei auch, dass Masturbieren nachgewiesenermaßen das Immunsystem stärkt.

Wann ist es nicht zu viel Onanie?

Viele masturbieren täglich oder öfter, Männer wie Frauen wohl gemerkt. Andere nur einmal die Woche oder noch seltener. Dies ist zudem unabhängig davon, ob man in einer Beziehung steckt, in der sexuelle Aktivität vorhanden ist. Nur weil man mehrmals täglich masturbiert, bedeutet dies auch lange nicht, dass man masturbationssüchtig wäre. Denn von einer Masturbationssucht kann nur gesprochen werden, wenn das Onanieren wichtiger ist als die sozialen Bindungen, als die Arbeit, als die Körperpflege usw.

Solange jemand zwar morgens, mittags und abends oder öfter masturbiert, jedoch dadurch nicht in Konflikt mit seinen Aufgaben und Pflichten sowie seiner Umwelt und seinem sozialen Gefüge kommt, liegt keine Sucht vor. Allerdings sollte aus anderen Gründen Vorsicht geboten sein, wenn der Sex mit dem Partner / der Partnerin vollkommen unwichtig und die Selbstbefriedigung bevorzugt werden. Ein Hinterfragen der eigenen Beweggründe kann dann helfen, Beziehungs- und Sexualprobleme zu erkennen und zu beheben beziehungsweise zu vermeiden.

Wann besteht eine Masturbationssucht?

Eine Masturbationssucht liegt nur vor, wenn man sein „eigentliches“ Leben vernachlässigt, so dass andere Bereiche aus dem Leben zu kurz kommen, man im Job gekündigt und von Freunden und Partnern verlassen wird und sich selbst nicht mehr ausreichend oder gar nicht pflegt. Die Masturbation muss zu einem Zwang mutiert sein, das bedeutet, es ist nicht möglich, für einen gewissen Zeitraum nicht zu onanieren, ohne dabei durchzudrehen und echte Entzugserscheinungen wie Unruhe und vielleicht sogar psychosomatische Symptome wie Zittern zu entwickeln. In diesem Fall ist die Masturbationssucht in der Tat gefährlich, nicht körperlich, aber sozial, ähnlich wie es bei der Spielsucht der Fall ist. Stellt jemand solche oder ähnliche Symptome bei sich fest, sollte er dringend einen Fachmann aufsuchen und die Ursachen gemeinsam mit ihm ergründen sowie Therapiemaßnahmen entwickeln. Verlässliche Zahlen über die „echte“ Masturbationssucht gibt es nicht, niemand kann genau sagen, wie viele Männer oder Frauen davon betroffen sind. Allerdings dürfte die Prozentzahl sehr gering ausfallen.

Masturbation als Stressabbau

Wer Single ist, wird sich kaum wegen seiner Selbstbefriedigung rechtfertigen müssen. Anders sieht es in manchen Paarbeziehungen aus. Zumeist haben Frauen ein Problem damit, wenn sie ihren Freund beim Masturbieren ertappen. Auch Männern kann es so ergehen, doch vielmals empfinden sie es eher als erregend und „geil“, anstatt es als abwertend für die eigenen sexuellen „Leistungen“ mit dem Partner einzuschätzen. Doch genau dort ist das Problem einiger angesiedelt, wenn sie von der Selbstbefriedigung des Partners erfahren – sie befürchten, dem Partner beim Sex nicht zu genügen, schlecht beim Sex oder nicht mehr attraktiv genug für den anderen zu sein. Doch mehrheitlich ist dies nicht der Fall.

Die Lust auf Masturbation ist etwas menschliches, fast ein Bedürfnis wie Hunger oder Schlaf. Sie packt einen, man gibt dem Bedürfnis nach und hinterher fühlt man sich besser. Befragungen haben ergeben, dass sehr viele Menschen in der Selbstbefriedigung Entspannung finden, sie schalten vom Stress des Alltags ab und geben sich den angenehmen Gefühlen hin. Die wenigsten gaben an, dass sie onanieren, weil ihnen der Partner nicht genügt oder der Sex nicht mehr gefallen würde. Dagegen findet sich die Aussage häufig, dass sie den partnerschaftlichen Sex und den Solo-Sex als zwei unterschiedliche Dinge auffassen, die man nicht in einen Topf werfen kann. Genau so sollte man es verstehen, wenn man den anderen bei der Selbstbefriedigung erwischt. Ein kritisches Nachhaken gilt nur anzubringen, wenn der Partner ausschließlich masturbiert und den Sex mit der oder dem Liebsten nicht mehr anstrebt, oder wenn er sogar vollkommen abgelehnt wird. Im vorwurfslosen Gespräch wird sich meist herausstellen, wo der Haken ist. An eine Masturbationssucht sollte nur ganz zuletzt gedacht werden und nur dann, wenn berechtigter Anlass (siehe oben) dazu besteht.

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KOMMENTARE ( 1 )

Von Sek
Veröffentlicht am Sonntag, 24. Juli um 15:29
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Bei einem Orgasmus werden Dopamin, Noradrenalin, Serotonin und andere Botenstoffe ausgeschüttet, welche auch bei Suchtmitteln häufig eine Rolle spielen. Warum sollte man nicht eine "echte" Abhängikeit haben können? Einmal täglich ein Feuerwerk dieser Stoffe ausgeschüttet ist in meinen Augen eine Sucht, wie die Sucht von Extremsportlern nach Endorphin, die Sucht von Borderline-Persönlichkeitsgestörten nach Adrenalin ect. Gruss, Sek

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