Ressort Erotik

Kontaktaufnahme zu SMlern

Erstellt am 16. Oktober 2011 von Safora

Das ist nun der zweite Teil aus der Artikelserie Partner und Spiele auf Sa-Fora.de. Über die erste geziehlte Kontaktaufnahme per Kontaktanzeige habe ich ja bereits im vorangegangenen Arikel berichtet. Wer möchte, kann den Artikel über die anonyme Suche nach Gleichgesinnten per Kontaktanzeige gerne nochmal nachlesen.

Im heutigen Artikel geht es um die ersten Gehversuche innerhalb der SM-Szene, über all die SMler welche den Austausch mit Gleichgesinnten suchen. Hierzu gibt es sehr viele Möglichkeiten, mit der BDSM-Szene in Verbindung zu treten. Hier möchte ich anmerken dass mit SM-Szene oder BDSM-Szene eine Gruppierung von Personen mit ähnlichen Vorlieben und Interessen gemeint ist, welche intensiv miteinander kommunizieren und häufig sogar Freundschaften schließen und im Allgemeinen SM-Neulingen freundlich und unterstützend gegenüberstehen. Hier nun möchte ich einige Möglichkeiten aufzeigen um mit diesen Menschen ins Gespräch zu kommen.

“Die Suche” oder:

“Hey – vielleicht gibts ja noch mehr Leute mit solchen Vorstellungen…”

Klar, es gibt BDSMler überall, in allen gesellschaftlichen Schichten. Es gibt Männer, Frauen, Aktive, Passive, Switcher, Homosexuelle, Transsexuelle und alle lieben die weitreichenden Facetten des BDSM. Auch wenn SMler als “Minderheit” leider manchmal noch immer Diskriminierungen ausgesetzt sind, haben wir selbst die Toleranz auch nicht unbedingt gepachtet. Jeder ist durch eigene Erfahrungen geprägt, möchte als Einzelner mit individuellen Vorlieben wahrgenommen werden und setzt sich dabei seine persönlichen Grenzen – auf deren Respektierung er besteht.

Kann man SMer an ihrem Auftreten erkennen?

Es wäre schon eine super Sache, wenn wir uns auf der Strasse gegenseitig mit einem Blick in die richtige Schublade stecken könnten, gell ;-) Aber entgegen aller Gerüchte und Vermutungen von naturdominanter oder naturdevoter Ausstrahlung, mag ich einfach nicht so recht daran glauben. Es ist wohl in der Tat so, dass Menschen mit einer guten Auffassungsgabe im persönlichen Gespräch an ihrem Gegenüber Zeichen oder unbewusste Reaktionen wahrnehmen können, alles andere gehört aber in die BDSM Märchentruhe. Halsbänder, schwarze Kleidung, Piercings und so weiter “könnten” ein Indiz für SMige Lüste sein, eine Garantie dafür kann es aber gar nicht geben. Und es wäre schade, die kleinen Hinweise von “ganz normal aussehenden” SM-Menschen zu übersehen, nur weil sie weniger offensichtlich sind.

“Der Ring der O”

Links- und Rechtsträger mal anders…

Selbst wenn es den “Naturausstrahlenden” SMler nicht gibt, wer sich bewusst als Freund spezieller sexueller Vorlieben zeigen möchte, kann dies sehr konkret. Häufig wird der “Ring der O” als das sagenumwobene Schmuckstück genutzt, welches eine Zugehörigkeit zu Sadomasochistischen Neigungen manifestieren soll. Es lohnt sich also, künftig den eigenen Blick mehr über schöne Hände schweifen zu lassen. Linksträger demonstrieren damit aktive Vorlieben, passive Zeitgenossen sollten sich für die rechte Hand entscheiden. Falsch wäre sicherlich, die jeweilige Person nur anhand des Rings am Finer “festzulegen”. Viele SMler fühlen sich auf beiden Seiten wohl oder tauschen spielerisch gerne die Rollen, wodurch der Ring der O nur ein erstes Zeichen sein kann und nicht überbewertet werden sollte.

Die Mailinglisten

“Lesen macht klug”

Die Maillisten der SM-Szene sind eine gute Möglichkeit um vom eigenen sicheren Zuhause aus erste zarte Bande zu knüpfen. Nach einer kostenlosen Registrierung flattert reger Austausch zu unterschiedlichsten BDSM-Themen in die eigene Mailbox. Sicherheitstips, Erfahrungen, Diskussionen, häufig auch Unsinn, was in erster Linie daran liegt, dass sich manche “Mailinglist member” bereits sehr gut kennen und dementsprechend locker miteinander umgehen. Einfach mal ein paar Tage mitlesen, dann bekommt man auch ein Gespür für die unterschiedlichen Leute und ihre Einstellungen. Wer sich dann freundlich der Runde vorstellst, an Diskussionen teilnimmst und die Nettiquette beachtet, wird sicherlich schnell Anschluss finden. Das Internet bietet viele Vorteile, aber es hat auch eine Schwachstelle: da man zunächst mit gesichtslosen Wesen kommuniziert, gewisse Untertöne nicht hörbar sind und die Körpersprache fehlt besteht die Gefahr, Formulierungen falsch zu interpretieren, überzogen zu reagieren oder auch sich selbst ungewollt in einem seltsamen Licht zu präsentieren. Es macht deshalb Sinn, sich immer wieder vor Augen zu führen, dass man es mit fühlenden Menschen zu tun hat. Wichtig: Kontaktanzeigen, Baggermails, kommerzielle Eigenwerbung und radikale Formulierungen haben auf den Listen nichts verloren! Jeder Beitrag geht allen Listenmitgliedern zu und sollte deshalb einen gewissen Inhalt haben. Soweit ich weiss sind etliche Mailinglisten mittlerweile eingeschlafen – es gibt sie aber noch. Aber mittlerweile könnte man den Begriff Mailingliste durch Social Network ersetzen.

Wer es dann doch lieber etwas persönlicher mag, sollte sich mal nach

Stammtische und Gruppen

umsehen. Nicht nur der Kleintierzuchtverein hat so etwas.

Stammtische sind eine ganz ausgezeichnete Möglichkeit, in lockerem Rahmen auf Gleichgesinnte zu treffen und auf ganz einfache Weise in lockerer Atmosphäre Kontakte zu knüpfen wenn man nicht allzu schüchtern ist. Schon längst gibt es in sehr vielen Städten solche gemütlichen Einrichtungen, meist Kneipen, wo sich Dominante und Devote Personen auf menschlichem Terrain finden. Dort gibt es gewöhnlich auch keinen Dresscode, Alltagskleidung ist normal. Ergo muss man sich überhaupt keine Gedanken über eine Kleiderordnung machen. Stammtische sind normalerweise keine Spielwiesen, also auch keine Plätze um Sklaven/Sklavinnen abzustauben. Man wird sicherlich nicht am ersten Abend mit einem Spielpartner nach Hause gehen – wer diese Hoffnung hat, dem sei der Zahn gleich gezogen! Es geht hier um einen Bereich der Sexualität, dem man nicht an jeder Straßenecke begegnet, in den man erst mal hineinwachsen muss. Und das kann man, indem man sich mit diesen Menschen auseinandersetzt. Stammtische sind ins Leben gerufen worden, um Interessierten SMlern den Einstieg zu ermöglichen, also keine Angst – man ist dort immer herzlich willkommen.

Wer nun nach Mailinglisten, Social Networking und Stammtischen etwas Action braucht… Now it´s

Partytime!

Gibt es eigentlich Regeln in Sodom?

Verständliche Frage denn BDSM ist eine Form der Lust – also mit Spass und Leidenschaft ab ins Getümmel!!! Partys gibt es in allen größeren Städten, oftmals sogar als regelmäßige Events. Manche finden im überschaubaren Rahmen von ca. 20-30 Personen statt, andere in Hallen oder Diskotheken, mit bis zu 600 Personen. Ich kann immer wieder empfehlen, sich rechtzeitig Karten zu besorgen. Die einschlägigen Fetisch- und BDSM-Locations bieten im Eingangsbereich meist eine Umkleidemöglichkeit und oftmals bieten Aussteller, Piercer, Tätowierer ihre Dienste an. Die Musik ist gemischt, Bühnenevents werden geboten, manchmal gibt es auch Büffets. Getränke sind allerdings seltenst im Preis inbegriffen. Was hier logischerweise mindestens genauso interessant ist sind die Spielmöglichkeiten – ja, die gibt es! Manchmal im Keller, als “Darkroom” in einem eigenen Bereich, manchmal öffentlich, manchmal kann man Separees privat nutzen. Man trifft dort gern mal auf Aktive, die vor den Augen aller mit ihrer/ihrem Passiven Partner spielen, ABER…. so sehr es auch reizen mag, und so zugänglich diese Situation auch auf einen selbst wirken mag…. solange man nicht offiziell zu Handlungen eingeladen wird… – ist jede/jeder Sklavin/Sklave TABU! Es existieren feste, unumstößliche Regeln, deren Verletztung zu recht einen sofortigen Rausschmiss zur Folge hat. Und auch das unverlangte “Andienen” stößt nicht unbedingt auf Begeisterung. Hart – aber gerecht: Zuschauen ist erlaubt, freundliches Ansprechen ist auch erlaubt, genauso wie Blickkontakt und Flirten – warum nicht? Wie immer gelten ganz einfach die Regeln des Anstands und guten Benehmens – und auch wenn man sich über meine ständigen Wiederholungen wundern mag… ich weiss ganz genau, warum ich das tu… dann mal viel Spaß nächsten Party, fühlt Euch wohl, habt Spass, trefft auf nette Leute, werded langsam warm, und beobachtet. Kleiner Tipp: Der Abend wird wesentlich unterhaltsamer, wenn man sich mit einigen anderen SMlern zur Party verabredet – so fällt es leichter, sich in die Gesellschaft zu integrieren und hat zudem gleich von anfang an eine gute Unterhaltung.

Um himmels Willen was ziehe ich da nur an?

Der Dresscode

Ist Schwarz per se schon ein Fetisch?

Kurz und bündig: ja, auf den SM-Partys gibt es einen Dresscode, um szenefremde Spanner abzuhalten und ein partytaugliches Ambiente zu gewährleisten. Grundlegend sollte man dabei zwischen SM- und Fetischparties unterscheiden: Fetischismus lebt von der vielzahl unterschiedlicher Fetische, diese werden auf Fetischparties auch erwartet. Je schriller und schräger desto besser, auch wenn sich die Partyregelung meist auf Lack, Leder und Latex beschränkt. Bei SM-Parties sieht das etwas anders aus. Hier werden gewöhnlich auch “Nichtfetischisten” zumindest zum Lederdresscode verdonnert. Ist so, kann man auch nichts dagegen machen, aber so schlimm ist das im Grunde auch gar nicht, denn mit der Regelung “schwarz” und/oder erotisch lässt sich ja schon sehr viel anfangen. Für die erste Party brauchts also auch noch kein ausgefeiltes Outfit – hauptsache man fühlt sich darin sexy. Die Herren sind in Lederhose ganz gut aufgehoben, mit ein wenig Fantasie hat man vielleicht Lust auf ein Kettenoberteil Marke Eigenbau, oder greift zum Hemd im Musketierstil. Gefallen an Uniformen gefunden? Gut, auch Uniformträger erhalten Einlass und es lassen sich prima “Machtspiele” darin inszenieren. Das schwarze Lieblings T-Shirt sollte man sich aber bitte dann doch verkneifen. Wenn der Schrank nichts Ledriges hergibt, dann greife lieber zum dunklen Anzug und beweise dadurch Stil und Eleganz. Die Damen tun sich wie immer leichter – Erotik zählt. Von Dessous, übers scharfe “kleine Schwarze”, von Minirock bis sexy Oberteil – erlaubt ist was gefällt und anregend/sexy/frivol aussieht. Schließlich soll der Abend doch ein besonderer werden und da macht schon die bewußte Wahl der eigenen Darstellung jede Menge Laune.

Kommentar schreiben Beitrag melden Diesen Artikel drucken Auf Facebook teilen
Zurück zur Startseite von

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren :

Kommentar schreiben