Ressort Europa

Klimaerwärmung auf Skandinavisch

Erstellt am 30. Dezember 2010 von Balticproducts
Bei unserer gestrigen Fahrt nach Schweden mussten wir unweigerlich an die Klimagipfel in Kopenhagen (2009), Cancún (2010) sowie Veröffentlichungen des Potsdamer Klimainstitutes, neudeutsch Potsdam Institute for Climate Impact Research genannt, denken. Vor allem aber an das vor Jahresfrist so gern bemühte Wort Floppenhagen. Denn wir erlebten gestern Floppenhagen live und zwar folgendermassen.

Im Rostocker Fährhafen kam vor der Fähre der Eisbrecher vorbei. Er brach das Eis der Warnow und des Liegeplatzes. Während der Überfahrt in das dänische Gedser begleiteten uns die Eisschollen bis zur Kadettrinne, in Dänisch Kadetrenden genannt. Das ist so ungefähr die Hälfte des Weges von Rostock nach Gedser, also sehr weit draußen auf See. Wenige Seemeilen nach passieren der Kadettrinne begrüßten uns die ersten vor der dänischen Küste treibenden Eisschollen.

In Dänemark das gleiche Bild wie derzeit in Deutschland. Überall türmen sich Berge von Schnee. Am Öresund angekommen war vor dem Tunnel zur Öresundbrücke linker Hand ein im Eis eingefrorener Frachter zu sehen. Beim Passieren der Örseundbrücke amüsierte uns, dass zwischen den Bojen die die Fahrrinne des Öresund kennzeichnen Schnee auf dem Eis lag. Vor der schwedischen Küste lag ein Sportboot auf dem Eis. Vermutlich hatte es sich bei Sturm losgerissen, trieb auf der Ostsee und fror jetzt ein.

Natürlich sieht es derzeit in Schweden auch so aus wie in Deutschland oder Dänemark. Nur mit einem einzigen Unterschied. In Schweden liegt noch mehr Schnee. Dafür sind aber in Dänemark und Schweden im Gegensatz zu Deutschland die Strassen sehr gut passierbar. Auch Kreisstrassen sind so geräumt, dass normale Geschwindigkeiten erreichbar sind. Kopf schüttelnd nahmen unsere schwedischen Freunde unsere Berichte vom Chaos am Frankfurter Flughafen, bdei der Deutschen Bahn und Berliner S-Bahn zur Kenntnis.


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