In der letzten Woche haben wir Euch ja unsere neue Weltneugier-Gastautorin Doro Stritzel mit ihrer Artikelserie über Paris vorgestellt. Da Doro aber nicht nur eine gute und aufmerksame Autorin/Redakteurin, sondern vor allem auch eine ganz zauberhafte Person ist, haben wir es uns nicht nehmen lassen, sie zum Interview einzuladen. :-)
Hallo Doro, zunächst vielen Dank, dass Du Dir etwas Zeit für unsere Fragen genommen hast. Bevor wir in das eigentliche Interview einsteigen, stell Dich unseren Lesern doch bitte kurz in eigenen Worten vor.
Hi, ich bin´s, Doro, unterwegs mit einem Rucksack voller Träume und Neugier, einem stets wachen Blick, der die kleinen Dinge des Lebens erfasst sowie einem Herzen, in dem all das Platz hat, was nicht ganz glatt und „rundgeföhnt“ ist.
(…) und wo erreichen wir Dich dann mit dem gerade erwähnten Rucksack?
Im Garten unter einem Kirschbaum bei einer Tasse Milchkaffee. An einem der wohl letzten sonnig-warmen Tagen des Jahres…
Damit in medias res. Wir kennen Dich hier auf der Weltneugier ja schon durch unser gemeinsames Interview-Projekt zum Thema Leben in Kanada und Deutschland. Magst Du ein bisschen darüber erzählen, wie der Kontakt zustande gekommen ist?
Klar. Als Redakteurin des MeinKanada Reiseplaners habe ich einmal ein schönes Interview mit einer jungen Frau geführt, die mit eurer Austauschorganisation in Kanada unterwegs war. Sie erzählte ganz begeistert davon, weshalb ich bei Veröffentlichung des Interviews eure Facebook-Seite „taggte“. Der SEO von Stepin, Sven Giese, kam dann auf die Idee der Kooperation und schrieb uns an.
Worin genau bestehen Deine Aufgaben bei MeinKanada-Reiseplaner?
Zuständig bin ich dort für die Inhalte – angefangen bei der Planung bis hin zur Umsetzung. Außerdem kümmere ich mich um Kooperationen mit anderen Unternehmen sowie weitere interne Projekte/Abläufe.
In Deiner aktuellen Gastartikelserie geht es allerdings nicht um das Land im Norden des amerikanischen Kontinents, sondern um die französische Metropole Paris. Was ist das Besondere der Stadt für Dich?
Für mich ist sie aufgrund ihres ausstrahlenden Lebensgefühls sehr inspirierend. Sie ist bunt und voller Leben. Daneben bin ich aber auch ein großer Fan der französischen Sprache und der Franzosen an sich. Mir gefällt also das Komplettpaket.
Neben den Tipps in Deinem Reisebericht, was sollte man sich bei einem ersten Paris-Besuch unbedingt anschauen bzw. auf was kann man verzichten?
Diese Frage ist wirklich schwierig zu beantworten, da Paris nur so vor lohnenswerten Zielen strotzt. Ich würde allerdings immer dazu raten, nicht die einzelnen Sehenswürdigkeiten „abzuklappern“, sondern sich lieber auf ein bestimmtes Viertel zu konzentrieren, wie z.B. Montmartre mit der eindrucksvollen Sacré Coeur oder dem Studentenviertel Quartier Latin. Lieber öfter dorthin fahren und die Stadt mit all ihren Vorzügen kennenlernen, als nur durchorganisiertes Sightseeing zu betreiben, um Freunden und Bekannten die tollsten Schnappschüsse vorführen zu können.
Ein paar Worte zum Thema Reisen selbst. Wohin ging Deine letzte eigene Reise?
Meine letzte eigene „Reise“ ein Kurztrip nach Berlin. Diese Stadt ist wie meine zweite Heimat und wann immer es geht, fahre/fliege ich dorthin.
Von der großen amerikanischen Journalisten Martha Gellhorn stammt das Zitat: „Egal, wie grauenhaft die letzte Reise auch war, wir geben niemals die Hoffnung auf, daß es bei der nächsten klappt!“. Richtig oder falsch?
Ehrlich gesagt war noch keine meiner Reisen wirklich grauenhaft. Ich bin ein eher positiver Mensch und ziehe die schönen Dinge aus den Ländern/Gegenden, in die es mich verschlägt. Bislang konnte ich noch jedem Ort etwas abgewinnen, und war es nicht der Ort, dann waren es die dort lebenden Menschen. Martha Gellhorns Reiseberichte in „Fünf Höllenfahrten“(daraus stammt das Zitat) sind ja auch sehr umstritten. Viele bezeichnen sie als „Reisende mit Komfortbedürfnis einer Pauschaltouristin“. Ich denke, ihr Problem beim Reisen war die Aversion gegen Menschen. Und andere Länder, andere/fremde Menschen. Da kannst du unterwegs sein so viel wie du willst – wenn du keine Freude an Menschen hast, wirst du auch keine Freude am Reisen haben.
Vor diesem Hintergrund. Dein schlimmstes – wahlweise auch peinlichstes Reiseerlebnis?
Unwohl gefühlt habe ich mich mal vor ein paar Jahren bei einer Quad-Tour in Ägypten. Mein Quad ist kaputt gegangen und ich stand ziemlich lange mit einem mir völlig fremden, nicht Englisch sprechenden Ägypter mitten in der tiefsten Wüste. Da wir die letzten in der Kette waren, dauerte es eben, bis mal jemandem aufgefallen ist, dass wir fehlten. Im Nachhinein finde ich die Geschichte aber auch ein wenig amüsant. ;-)
Und natürlich darf auch Dein schönstes Reiseerlebnis nicht fehlen.
Die Antwort würde ich gerne etwas allgemeiner halten, denn ich hatte schon viele tolle Reiseerlebnisse. Meine schönsten Trips waren immer die, wo ich viele nette, aufgeschlossene Menschen getroffen habe. Die Mentalität „Leben und leben lassen“ ist in anderen Ländern oftmals viel ausgeprägter als in Deutschland. Und ich fühle mich immer dort wohl, wo diese Mentalität herrscht.
Was macht Deiner Meinung nach einen guten Reisebericht aus?
Ich mag emotionale Reiseberichte. Reiseberichte, die nicht nur das Land, sondern auch die dort lebenden Menschen und deren Lebensgefühl beschreiben. Außerdem sollte der Text immer etwas über den/die Autor/in aussagen und die Orte mal aus einem anderen, detaillierteren Blickwinkel betrachten.
Bevor wir zum Schluss kommen, hast Du noch ein paar Tipps für gute Reiseliteratur?
Ja, allerdings nicht für Reiseliteratur im klassischen Sinn. Wann immer man „unterwegs“ ist, finde ich Hermann Hesse passend. Ihm ging es beim Reisen nie um das Ziel, als vielmehr um das Unterwegssein an sich.
Und in unserer guten Tradition der „berühmt-berüchtigten letzten Worte“, hier ist Deine Chance (…)
Wo wir schon bei Hermann Hesse sind, darf dieses Zitat von ihm natürlich nicht fehlen:
„Wir wollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
an keinem wie an einer Heimat hängen,
der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
er will Stuf’ um Stuf’ uns heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen.
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.“
Vielen Dank. Wir sind schon gespannt auf Deine nächsten Berichte.







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