Ressort Umwelt

International Year of the forests 2011

Von Weltwunderfrau

Dieses Jahr schon mal im Wald gewesen? Es muss ja nicht der neuseeländische Regenwald sein…
International Year of the forests 2011
… oder der beeindruckende (wenn auch irgendwie „out of place“ wirkende) Redwood Forest, der gleich um die Ecke von Rotorua angepflanzt wurde…

 

International Year of the forests 2011… Wälder und Kinder, das verträgt sich generell gut. Langweilige Waldspaziergänge auf der immer gleichen Strecke mit Oma sollten verboten werden, weil sie Kindern den Wald auf lange Zeit verderben können. Auf einem richtigen Ausflug in den Wald findet die ganze Familie Beschäftigung – man kann je nach Saison und Kenntnisstand Pilze und Beeren suchen, einen Hindernislauf über Stock und Stein veranstalten, Geo-Caching machen, mit Fernglas und Becherlupe Vögel und Krabbeltiere bestimmen oder einfach nur im Moos oder im Gras liegen und die Baumwipfel von unten betrachten. Ein regelmäßiger Ausflug in den Wald sollte in jeder Familie zum Pflichtprogramm gehören – und zwar in jeder Jahreszeit!

International Year of the forests 2011

Das „Year of the forests 2011“ steht in Deutschland unter dem Motto „Entdecken Sie unser Waldkulturerbe“. Bis zum 30. September kann man sich hier im Rahmen des Waldjahres am Fotowettbewerb „Ohne ihn…“ beteiligen. (Diese witzige Wortkombi erinnert mich übrigens daran, dass ich den ausgezeichneten Wissenschaftsblog „envirohistory“ der Wellingtoner Umwelthistorikern Dr. Katherine Knight hier schon lange einmal wärmstens empfehlen wollte.)

Wälder sind zweifelsohne nicht nur für die menschliche Psyche und die kindliche Entwicklung gut und wichtig. Sie bedecken ein Drittel der Erdoberfläche und erfüllen Kernfunktionen, um die Erde für uns Menschen bewohnbar zu machen. Leider hat das in der langen Geschichte der Menschheit noch kaum eine Kultur davon abgehalten, mit den Wäldern umzuspringen, wie man beliebte.

Parallel bemühen sich Regierung und Bürger allerdings auch um den Erhalt und die Wiederherstellung der ursprünglichen Wälder – die 1923 gegründete „Royal Forest and Bird Protection Society of New Zealand“ ist der älteste dieser Akteure. Aktuell befindet sich ein Drittel der Landfläche Neuseelands in staatlichem Besitz und wird damit vom allseits bekannten Department of Conservation (DOC) mehr oder weniger stark geschützt.

Dass die Abholzung in Neuseeland räumlich und zeitlich weitaus größere Dimensionen hat, vergisst der Reisende schnell, weil die grünen Wiesen mit den Schafen drauf so „natürlich“ aussehen. Tatsächlich waren beide Inseln bei der Ankunft der Maori großteils dicht bewaldet – bis zur Entdeckung des Landes 800 Jahre später durch die Europäer waren die Waldflächen allerdings bereits durch Brandrodung um die Hälfte geschrumpft. In nur 150 Jahren der Besiedelung reduzierten diese die verbliebene Waldfläche nochmals um die Hälfte.

Heute bleiben nur noch wenige Gebiete mit echtem, urwüchsigem Dschungel, in dem zum Beispiel die riesigen, tausende von Jahren alten Kauri-Bäume überdauert haben. Erst seit dem Jahr 2000 ist der Holzeinschlag in natürlichen Wäldern offiziell verboten. Darum scheren sich Fressschädlinge wie das aus Australien eingeführte Possum natürlich wenig… Es steht also immer noch tendenziell eher schlecht um den neuseeländischen Wald. Mal sehen, was sich durch das „Jahr des Waldes“ daran ändert.

Wir machen den Kepler Track! Abendidyll am Moke Lake Auckland von oben 


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