Filmkritik: «Independence Day: Wiederkehr» (seit dem 14. Juli 2016 im Kino)

Manchmal kommen sie wieder: Neben Jurassic Park gehört Roland Emmerichs Independence Day (1996) zweifelsohne zu den prägensten Filmen der 1990er Jahre. Ein Box-Office-Magnet erster Güte, setzte der Streifen Maßstäbe in Sachen Spezialeffekte und begründete für den Ruf seines Regisseurs als Master of Desaster. Zwanzig Jahre ist dies nun her und seit gestern nun läuft die Fortsetzung Independence Day: Wiederkehr (org.: Independence Day: Resurgence) in den deutschen Kinos. Als James Bond nach mehrjähriger Abstinenz 1995 mit Goldeneye sein Comeback auf der Leinwand gab, lautete die Tag-Line: „ You know the name. You know the number." Angewendet auf das ID4-Sequel wäre der passende Slogan wohl: „ You know the title. You know the story."

Filmkritik: «Independence Day: Wiederkehr» (seit dem 14. Juli 2016 im Kino)

1996 attackierten Aliens die Erde. Vor allem der mutigen Mission des Piloten Steven Hiller und des Satellitentechnikers David Levinson war es seinerzeit zu verdanken, dass die Außerirdischen besiegt wurden. 20 Jahrte später starten die Außerirdischen einen neuen, noch verheerenderen Angriff auf den blauen Planeten Die Menschheit, die ein mit Alien-Technologie erweitertes Verteidigungssystem erschaffen hat, steht vor ihrer größten Herausforderung. Die Hoffnungen ruhen auf den jungen Kampfpiloten Jake (Liam Hemsworth) und Dylan (Jessie Usher)...

Betrachtet man sich die Filmographie von Roland Emmerich, dann fällt auf, dass der gebürtige Stuttgarter nie Fortsetzungen zu seinen Werke inszeniert hat. An Angeboten gab es sicherlich keinen Mangel, doch der Schwabe wollte sich stets lieber neuen Projekten zuwenden, anstatt Teil der Sequelmania-Maschinerie zu werden. Inzwischen ist Emmerich 60 Jahre und damit in einem Alter, in dem man manche Dinge neu bewertet. Oder vielleicht hat es ihn auch einfach gereizt, noch einmal zu beweisen, dass er es in Sachen Desaster Movie weiterhin drauf hat. Wie dem auch sei, für Independence Day: Wiederkehr hat Emmerich seine ablehnende Haltung gegenüber Sequels überwunden und sich selbst auf den Regiestuhl gesetzt. Herausgekommen sind 120 Minuten Eskapismus: So bildgewaltig wie sinnfrei und gleichermaßen spannend wie witzig. Popocorn-Kino in Reinkultur, das unglaublich Spaß macht und dabei absolut ehrlich ist. Dieser Film will unterhalten. Punkt. Aus. Daraus macht er zu keiner Sekunde einen Hehl. Und man muss schon zu jenen Spaßbremsen gehören, die auch an Fahrten mit der Achterbahn die Sinnfrage stellen, um ihm das ernsthaft zum Vorwurf machen.

Die vermeintliche Bürde, nach 20 Jahren an den Plot von Teil 1 anschließen zu müssen, wandelt Independence Day: Wiederkehr in einen Vorteil, indem seine Handlung eben genau diese Zeitspanne zwischen den Filmen reflektiert. Zwei Dekaden sind seit seit der Schlacht gegen die Aliens vergangen, und die Ära der zwischenstaatlichen Konflikte ist vorbei. Die Menschheit hat ihre Zivilisation wieder aufgebaut und sich dabei nicht zuletzt zurückgelassener außerirdischer Technologie bedient. Herausgesprungen ist dabei neben Hightech-Kommunikations- und Massenverkehrsmitteln vor allem ein enormes Arsenal an Waffen, mit der sich die Erde aus Furcht vor einer Rückkehr der Fremden aus dem All gerüstet hat. Und ausgerechnet an jenem Tag, als die Feierlichkeiten zum Gedenken an den großen Krieg vor zwei Jahrzehnten stattfinden sollen, zeigt sich, dass diese Angst berechtigt war. Was folgt, ist natürlich keine intensive Pendeldiplomatie von Vertretern der Erde, an deren Ende eine Verständigung mit den Aliens über eine friedliche Koexistenz steht, sondern sind Verwüstung (das Weiße Haus bleibt dieses Mal stehen, dafür geht London komplett baden) und ein Schlachtengetümmel, das auf den unvermeidlichen Endkampf hinausläuft. Wobei Endkampf hier ein relativer Begriff ist, da der Film viel tut, um der Fortsetzung den Weg zu ebnen: Nicht nur erläutert er die Motivation der Invasoren, der Erde überhaupt einen Besuch abzustatten, sondern führt außerdem eine dritte Partei in den Konflikt ein, durch die sich der ID4-Kosmos deutlich vergrößert und deren Enthüllungen die Grundlage für einen dritten Teil bilden, sofern es ihn dann geben sollte. Das Bemühen der Macher, ein ID4-Franchise zu schaffen, ist eindeutig erkennbar und natürlich eine Reaktion auf die aktuelle Kinolandschaft, in der massiv auf Filmserien gesetzt wird.

Um für seine filmische Zukunft gewappnet zu sein, setzt Independence Day: Wiederkehr auf einen jungen Cast mit Liam Hemsworth, Jessie Usher und Maika Monroe an der Spitze, der von zahlreichen alten Haudegen aus Teil 1 wie Jeff Goldblum, Bill Pullman, Brent Spiner und Judd Hirsch flankiert wird, wodurch dann zugleich auch der Brückenschlag zum ersten Teil gelingt. Der Besetzung gelingt es ganz gut, sich gegen die Effekte zu behaupten - doch es ist ein harter Kampf, denn ist die CGI-Dampfwalze erst einmal auf Touren gekommen, kennt sie kein Halten mehr. Emmerich ist lange genug im Geschäft, um genau zu wissen, dass die Menschen nicht der Dialoge wegen in seine Filme gehen, sondern wegen der Action. Also setzt er auf Tempo sowie sympathische Charaktere und lässt die Effekte den Rest erledigen. Das hat von 20 Jahren schon funktioniert, und auch jetzt klappt das wieder richtig gut.

Independence Day: Wiederkehr funktioniert als kurzweiliger, optisch sehr ansprechender SF-Actionfilm für einen entspannten Kinoabend wirklich prächtig. Geht man mit realistischen Erwartungen an den Streifen heran, dann schafft er es auch, diese zu erfüllen. Ich jedenfalls bin voll auf meine Kosten gekommen.

Independence Day: Wiederkehr läuft seit dem 14. Juli 2016 in den deutschzen Kinos.


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