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Fastentag
23. Februar 2012
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Thema
Rufen
Weckruf! … von Gott?
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Bibelzitat
Ich rufe zum
Herrn, er hört
mein Klagen. Er
befreit mich von
denen, die gegen
mich kämpfen.
Wirf deine Sorge
auf den Herrn, er
hält dich aufrecht.
(Vgl. Ps 55, 17-20.23)
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Inhaltlicher Teil
Bevor Edith Stein nach Göttingen ging:
Eine ernüchternde Betroffenheit, ausgelöst durch die
Äußerung eines Kollegen, der ihr anlässlich des
Abschieds (1913) von Breslau sagt: ’Nun wünsche ich
ihnen, dass sie in Göttingen Menschen treffen
möchten, die ihnen recht zusagen. Denn hier sind sie
doch etwas gar zu kritisch geworden’. Über diese
Worte war ich sehr betroffen. Ich war keinen Tadel
mehr gewöhnt. Zu Hause wagte mir kaum noch
jemand etwas zu sagen; meine Freundinnen hingen
mit Liebe und Bewunderung an mir. So lebte ich in
der naiven Selbsttäuschung, dass alles an mir recht
sei: wie es bei ungläubigen Menschen mit einem
hochgespannten ethischen Idealismus häufig ist. Weil
man für das Gute begeistert ist, glaubt man selbst gut
zu sein. Ich hatte es auch immer als mein gutes Recht
angesehen, auf alles Negative, was mir auffiel, auf
Schwächen und Irrtümer, Fehler anderer Menschen,
schonungslos den Finger zu legen, oft in spottendem
und ironischen Ton. Es gab Leute, die mich
„entzückend boshaft“ fanden. So mussten mich diese
ernsten Abschiedsworte eines Mannes, den ich
hochschätzte und liebte, sehr schmerzlich berühren.
Ich war ihm nicht böse darum. Ich schüttelte sie auch
nicht als ungerechten Vorwurf ab. Sie waren wie ein
erster Weckruf, der mich nachdenklich machte.
Aus dem Leben einer jüdischen Familie und
weitere autobiographische Beiträge, Verlag Herder,
2002 (ESGA Band 1)
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Edith Stein Zitat
“Durch die
Selbsterkenntnis
nähern wir uns
Gott. Darum wird
sie niemals
überflüssig.”
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Lebensweg von Edith Stein
Buchtipp, siehe etwas weiter oben: Aus dem Leben einer jüdischen Familie…
(Mehr biographische Daten auf: edithstein.karmel.at)
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Fragen und Rückmeldungen: noviziat@marienschwestern.at
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