Eine Liste: Italienische Schriftsteller

Italienische Schriftsteller der Gegenwart

Zu Italien und Italiens Literatur habe ich eine ganz besondere Beziehung. Das verrät wohl auch schon mein Name, der meine eigenen italienischen Wurzeln erkennen lässt. Seit Längerem hatte ich bereits vor, über die Literatur in Italien und italienische Schriftsteller zu schreiben. Hier kommt nun endlich der erste Teil einer Liste italienischer Autoren, die ich persönlich für bedeutend halte. 

Andrea Camilleri

Andrea Camilleri

Andrea Camilleri – Foto von Stefano Corso (www.stefanocorso.com)

Camilleri ist vor allem durch seine Kriminalromane um den sizilianischen Kommissar Montalbano bekannt geworden. Wie sein Romanheld stammt er selbst aus Sizilien, genauer gesagt aus Porto Empedocle in der Provinz Agrigento, wo er 1925 geboren wurde. Neben seiner Tätigkeit als Schriftsteller war Camilleri zwanzig Jahre lang Professor an der Nationalakademie der Dramatischen Künste „Silvio D’Amico“. Seine Bücher erscheinen in Deutschland bei Bastei Lübbe.

Umberto Eco

Umberto Eco

Umberto Eco – Copyright: Das Blaue Sofa / Club Bertelsmann.

Den meisten ist Umberto Eco durch Bücher wie Der Name der Rose, das ihn weltberühmt machte, ein Begriff. Eco wurde am 5. Januar 1932 als Sohn eines Buchhändlers im piemontesischen Alessandria geboren. Er studierte  Philosophie und Literaturgeschichte in Turin und arbeitete anschließend mehrere Jahre als Kulturredakteur und anschließend als Lektor beim Bompiani Verlag in Mailand. 1971 berief ihn die Universität Bologna als Professor für Semiotik. Seinen ersten Roman schrieb er, als er bereits anerkannter Wissenschaftler und Publizist war. Der Name der Rose  verkaufte sich über 15 Millionen Mal. 2016 verstarb Umberto Eco mit 84 Jahren an Krebs. Die deutschen Übersetzungen seiner Bücher erschienen unter anderem im Hanser Verlag.

Elena Ferrante

Eine Liste: Italienische Schriftsteller

Diese Autorin ist ein Phänomen. Wie kaum ein anderes Buch hat 2016 der Roman Meine geniale Freundin von Elena Ferrante, deren wahre Identität niemand kannte, für Aufmerksamkeit gesorgt. Meine geniale Freundin (und die folgenden drei Bücher der Tetralogie) erzählt mehr als die Geschichte einer Freundschaft. Es ist mehr als ein Coming-of-Age-Roman, das Buch spiegelt vielmehr das Lebensgefühl einer ganzen Generation von (Süd-)Italienern wieder. So wie sich Italien in den 1950er und 1960er Jahren veränderte, so verändert sich auch das Viertel bei Ferrante und mit ihm die Menschen, die dort leben.

Primo Levi

Italienische Schriftsteller Primo Levi

Wer über italienische Literatur spricht, darf Primo Levi nicht unerwähnt lassen. 1919 in Turin geboren wuchs er in einer liberalen jüdischen Familie auf und studierte Chemie. Nachdem 1943 Mussolini gestürzt war und die SS Norditalien besetzte, schloß er sich der Resistenza an, wurde verhaftet und schließlich nach Auschwitz deportiert. Die Erfahrungen, die er dort machte, verarbeitete Levi in dem autobiographischen Bericht Se questo è un uomo (1947, dt. Ist das ein Mensch?), mit dem er literarische Weltbedeutung erlangte. Auf Deutsch erhält man seine Bücher unter anderem im Hanser Verlag.

Pier Paolo Pasolini

Italienische Schriftsteller Pier Paolo Pasolini

Pasolini wird 1922 in Bologna geboren. Seine Eltern sind der Berufsoffizier Carlo Alberto Pasolini und die Volksschullehrerin Susanna Colussi. In seiner Jugendzeit prägt ihn die Ortschaft Casarsa della Delizia, in dem seine Großeltern mütterlicherseits lebten und wo er die Schulferien verbringt. Schon früh entsteht mit „Poesie a Casarsa“ ein Lyrikband im friulanischen Dialekt. Er wird Lehrer und schließt sich der Kommunistischen Partei Italiens an. Seine Stelle als Lehrer verliert er durch Anschuldigungen, die sich als falsch herausstellen, ebenso schließt die Partei ihn aus. Ohne Stelle und somit ohne finanzielle Grundlage geht Pasolini mit seiner Mutter 1950 nach Rom. Die Armut ist allgegenwärtig. So versucht der Dichter Arbeit zu finden, klopft in Cinecittà an und erhält eine erste Statistenrolle. Außerdem lektoriert er Manuskripte und verkauft Bücher auf den Märkten der Stadt. Er wird Mitarbeiter der Zeitschrift „Paragone“ und veröffentlicht dort das erste Kapitel von Ragazzi di vita. 1954 zeiht er in den Stadtteil Monteverde Vecchio und veröffentlicht seinen ersten bedeutenden Gedichtband La meglio gioventù. Es folgen Romane, Essays und vor allem Filme. In der Nacht zum 2. November 1975 wird Pasolini ermordet. Seine Leiche wird am Strand von Ostia gefunden, mehrfach mit seinem eigenen Wagen überfahren. Seine Bücher sind unter anderen in den Verlagen Wagenbach und Folio zu finden.

Roberto Saviano

Roberto Saviano

Roberto Saviano – Foto: Marco Monetti

Nach dem durchschlagenden Erfolg seines Debüts „Gomorrha“ musste der 1979 in Neapel geborene Roberto Saviano untertauchen. Zu massiv waren die Bedrohungen geworden, zu real die Gefahr, ermordet zu werden. Seit 2006 lebt der Schriftsteller unter Polizeischutz an ständig wechselnden Orten. Zuletzt erschien auf deutsch sein Bericht Zero Zero Zero über das  Drogengeschäft mexikanischer Verbrecherorganisationen. In Italien hat er kürzlich seinen ersten Roman veröffentlicht. Mehr erfährt man über Savianos Homepage.

In Kürze werde ich einen zweiten Teil dieser Liste veröffentlichen, in der es um folgende italienische Schriftsteller gehen wird: Dacia Maraini, Elsa Morante, Alberto Moravia, Sandro Penna, Leonardo Sciascia und Antonio Tabucchi.

Zählen italienische Schriftsteller zu Euren Lieblingsautoren? Ergänzt diese Liste gerne in den Kommentaren.

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