
Autor: Robin Gates Titel: Dilmun. Jäger des ewigen Lebens Verlag: Ueberreuter Erscheinungsort und -jahr: Berlin, 2012 Seitenzahl: 447Preis: 16,95 € ISBN: 978-3-8000-5689-7
Inhalt: Colin Rendall ist Dozent für alte Geschichte und der Umgang mit Mythen und Heldenstoffen gehört für ihn zum Alltag. Weit weniger gehört dazu, seiner Studentin Annika Talbach auf einer Demo in Berlins Straßen davor zu bewahren, einen Polizisten den Schädel einzuschlagen. Auf der Flucht vor den Gesetzeshütern landen sie in einem kleinen Atelier, das gerade Fotografien eines französischen Malers ausstellt. Trotz der vorherigen Ereignisse ist Colin von einer Fotografie geradezu gefesselt und beschließt, sie zu kaufen. Doch kaum hängt das Bild an der Wand in seiner Wohnung, beginnt es ein seltsames Eigenleben zu entwickeln - man kann durch es hindurch gehen, wie durch ein offenes Fenster! Mit dem Eintritt in diese surreale Zwischenwelt geschieht aber noch viel mehr, als eine neue und unbegreifliche Erfahrung für den Dozenten und seine Studentin. Denn es gibt noch mehr Wesen, die den Zugang in das Bild benötigen, um den Schlüssel zu finden, der an einen magischen Ort führt. Ein Ort, der so mächtig ist, dass sein Missbrauch die ganze Welt verändern könnte. Und noch ehe Colin und Annika begreifen, wo sie hinein geraten sind, werden sie schon von eben jenen Wesen verfolgt, die sich Zutritt zu Dilmun verschaffen wollen. Und ihnen ist jedes Mittel recht, um an ihre Ziele zu gelangen. 
Kritik: Bevor ich auf den Inhalt zu sprechen komme, muss zuerst gesagt werden: Klasse Aufmachung! Das Buch ist ein richtiger Blickfang, sehr schön gestaltet und passend zum Inhalt. Hier hat die Umschlaggestaltung ganze Arbeit geleistet.
Aber nun zur Arbeit des Autors.
Die Geschichte kommt recht schnell ins Rollen, indem der Leser einfach in die Kutsche gesetzt wird, wie die Protagonisten recht schnell von einem gemütlichen Alltagstrott in eine wilde Achterbahnfahrt geraten. Die beiden Figuren Colin und Annika wirken eine ganze Weile etwas undurchsichtig und schwer einzuschätzen, sodass man nicht voraussagen konnte, was sie als nächstes tun werden - was einerseits für Spannung sorgt, andererseits aber auch mit fehlendem Identifikationspotenzial eingebüßt wird.
Der Verlauf der Geschichte gleicht dies aber wieder aus: Mit viel Ideenreichtum und Anlehungen an diversen Mythen gelingt es Robin Gates, eine phantastische Jagd quer durch Europa zu inszenieren. Die Ortswechsel von Berlin, London bis hin zu Istanbul werden jedes Mal sehr schön und bildhaft beschrieben, sodass man wie die Figuren jedes Mal in eine neue Welt gerissen wird.
Ein flüssig zu lesender Schreibstil rundet alles sehr schön ab und macht den Roman zu einem lesenswerten Ausflug zwischen Realität und dem Sagenhaften.









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