Die Mumie

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Die Mumie

1Fantasy

Der Auftakt von Universals Monster-Movie-Reboot will alles auf einmal sein und in gewisser Weise gelingt Alex Kurtzman das auch. Sein zweiter Kinofilm ist zugleich atemberaubend, gruselig und komisch, dummerweise nur anders, als beabsichtigt.

Es verschlägt einem buchstäblich den Atem, mit welcher Wucht der Regisseur und die Produzenten ein Franchise, das einmal mit Karl Freunds Klassiker von 1932 begann, in den Wüstensand setzen. Es entfaltet eine groteske Komik, wenn der 53-jährige Russell Crowe als Dr. Henry Jekyll dem 54-jährigen Tom Cruise als Auserwählter Grabräuber Nick Morton sagt, „Sie sind noch ein junger Mann“ und es ist verdammt gruselig, dass sich der epische Blödsinn so noch über mindestens drei Filme fortsetzen wird.

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Fans des Golden Age of Horror müssen jetzt stark sein, denn die Reboots von The Invisible Man, Creature from the Black Lagoon und Bride of Frankenstein sind bereits in Arbeit, letzter ebenfalls unter der Regie von Kurtzman. Der Co-Produzent spielt hinter den Kulissen eine ähnliche Rolle wie auf der Leinwand Dr. Jekyll. Eine der unzähligen Abänderungen des Drehbuchautoren-Trios an den diversen Originalstoffen ist, dass der zwiegespaltene Doc keine gute Seite hat. Hyde ist verschlagen und unkontrolliert, Jekyll verschlagen und beherrscht. Jedenfalls solange er sich sein Serum ins behandschuhte Händchen injiziert. In seinem Arbeitszimmer warten Creature und Dracula in Formaldehyd eingelegt auf ihre Auferstehung. Fehlt nur noch der Aufdruck „Property of Universal“.

Das Studio schickt erst mal die Mumie vor. Ladies first und so, denn die Titelfigur (Sofia Boutella) ist jetzt weiblich. Mit Gleichberechtigung hat das nichts zu tun. Eine sexy Bandagierte lockt eben mehr Publikum und Morton kann so eine Frau besiegen während er die andere (Annabelle Wallis) rettet. Dieses Szenario wiederholt sich in Dauerschleife, die Restlaufzeit füllen Zombiekämpfe und CGI-Sandstürme, die gnädig die gähnenden Logik- und Plot-Lücken verdecken sollen. Aufgeblasen in ein seelenloses 3D-Spektakel, ist die angekündigte Wiederauferstehung der Universal-Monster tatsächlich deren Desintegration. Auf der Leinwand regiert statt der Genre-Ikonen ein anderes Ungetüm. Wie Crowe treffend sagt: „It takes a monster to kill a monster.“ Der Name dieses Monsters ist Kommerz.

Regie: Alex Kurtzman, Drehbuch: David Koepp, Christopher McQuarrie, Dylan Kussman, Darsteller: Tom Cruise, Russell Crowe, Annabelle Wallis, Sofia Boutella, Jake Johnson, Filmlänge: 110 Minuten, Kinostart: 08.06.2017


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Autor

Lida Bach

 
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