Die großartige Shirley MacLaine verzweifelt in und an „Zu guter Letzt“

Die Komödie Zu guter Letzt ist der Beweis dafür, dass eine Schauspielerin wie Shirley MacLaine toll ist, ganz gleich wie banal ein Film daherkommt.


Zu guter Letzt

Die großartige Shirley MacLaine verzweifelt in und an „Zu guter Letzt“

Zu guter Letzt

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Shirley MacLaine (links) und Amanda Seyfried (rechts) in „Zu guter Letzt“


Shirley MacLaine ist eine Darstellerin, die seit vielen Jahrzehnten ihren ganz besonderen Charme auf die Kinoleinwände bringt. Schon wenn man sich den 1960er Das Appartement ansieht, verfällt man der damals noch jungen Dame mit Herz und Seele. Das liegt aber auch an der Leichtigkeit mit der Billy Wilder sie durch seinen Film dirigiert hat. Der Oscar-Gewinnerin (für den 1983er Zeit der Zärtlichkeit) gelingt es sogar an der Seite von Amanda Seyfried und unter der Regie eines Mark Pellington (Arlington Road, 1999) eine seichte und belanglose Feelgood-Komödie wie Zu guter Letzt aufzuwerten. Aber auch nur sehr schwerlichst.

Sie spielt die harte Geschäftsfrau Harriet Lauler, die im Ruhestand nicht mehr allzu viel mit ihrem Leben anzufangen weiß und sich daher langsam Gedanken über ihren Nachruf macht. Eigentlich sollte dieser ein gutes Licht auf die Frau werfen, aber mit ihrem Kontrollzwang hat sie die Menschen, die ihr Nahe stehen, eher von sich weggestoßen – ganz gleich ob Kollegen oder Familie. Also engagiert sie die junge Journalistin Anne Sherman (Amanda Seyfried), die einen Blick auf die guten Seiten von Harriet werfen soll um so einen zufriedenstellenden Nachruf zu verfassen. Gar keine so einfache Aufgabe.

Die Frage ist, wie um Himmels willen man auf den Gedanken gekommen ist, aus Shirley MacLaine eine Kratzbürste zu machen. Man kommt beim Hinsehen nicht drumherum, all die anderen Menschen, die sich von ihr fernhalten, für Idioten zu halten, einfach weil MacLaine – ganz gleich wie borstig sie spielt – eine so wundervolle Leinwandpräsenz ist.

Dementsprechend unglaubwürdig oder inakzeptabel ist es, dass ihre Filmtochter sie nicht ausstehen kann, dass ihre ehemaligen Kollegen kein gutes Wort über sie verlieren und dass selbst der Pfarrer nicht gut auf Harriet zu sprechen ist.

Aber wer mit 08/15-Stories vertraut ist, wird sich denken können, dass solange Harriet noch nicht tot ist, sie ihr Leben noch um 180 Grad wenden kann um Zu guter Letzt zu einem rührenden, aber leider allzu sehr vorhersehbaren Ende zu führen.

Und dann wären da noch die anderen Darstellerinnen. So gerne man Shirley MacLaine auch haben mag, so viel Lob man ihr geben möchte, so wenig Chemie hat sie mit Amanda Seyfried. Zwischen den beiden macht es nie Klick, obwohl sich der Film auf das Miteinander dieser beiden Generationen verlässt. Allerdings sorgt das Drehbuch von Stuart Ross Fink dafür, dass Harriet und Anne in zwei separaten Welten gehalten werden.

Während Harriet alles daran setzt, ihr Leben umzukrempeln – und nebenher noch zur DJ Oma in einem Radiosender wird, setzt der Film Amanda Seyfried einen Love Interest in die Handlung, der als unnötige Ablenkung von der eigentlichen Story in Erscheinung tritt. So darf Harriet also ihre Musik auflegen, Anne ihr Techtelmechtel führen, nur beide zusammen nicht wirklich etwas erleben, was sie so richtig zusammenschweißen würde.

Es gibt nur wenige Momente, in denen die beiden zusammen spielen und sich angiften dürfen. Wie wenn Harriet ihrer jungen Schreiberin vorwirft, Sarkasmus sei der Witz der Unwitzigen und diese zurückgibt, dass Herablassung wiederum die Schlagfertigkeit der Unhöflichen sei. Das binnen weniger Sekunden abgefeuert, lässt früh im Film die Hoffnung auf eine Frau/Frau Screwball-Komödie aufkommen, verpufft aber eben an anhaltender Einfallslosigkeit.

Dazu passt auch die Rolle der kleinen AnnJewel Lee Dixon als Brenda, die als kleines Mädchen lediglich neben den beiden Hauptdarstellerinnen herlaufen darf, sonst aber nichts weiter zu tun bekommt, als einfach mal niedlich auszusehen.

Am Ende kann man Zu guter Letzt nicht einfach gut finden, nur weil uns Shirley MacLaine einmal mehr mit ihrem Spiel beglückt. Der Film wird weder ihr noch uns gerecht und hätte aus der Kombo MacLaine und Seyfried so viel mehr herausholen können.


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Foto: Ranunkeln