Die Erhaltung der Gesundheit am Arbeitsplatz ist wichtig!

Dies ist ein Gastbeitrag von Andreas Schmied.

„Schon wieder ein Artikel über Gesundheit am Arbeitsplatz.“ denkt sich jetzt der eine oder andere Leser. „Das Thema wurde doch erst kürzlich bei uns in der Arbeit in einem Coaching behandelt.“ Oder „ Kennen wir doch alles schon!“ „Da gibt es die Rückenschule! Außerdem werden wir doch regelmäßig in Arbeitsschutz, Arbeitssicherheit und Brandschutz unterwiesen.“

Fakt ist: Die Krankenstände in vielen Unternehmen sind hoch

Bild: © Jeanette Dietl - Fotolia.com

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Jährlich entstehen den Firmen und Krankenkassen immense Kosten, verursacht durch Arbeitsunfälle und  Krankheiten. Psychische Erkrankungen sind die einzige Erkrankungsart, die in den letzten Jahrzehnten absolut und anteilsmäßig zugenommen hat, alle anderen Erkrankungen außer Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE) nahmen anteilsmäßig ab.
Psychische Belastungen spielen im Arbeitsalltag eine größere Rolle als körperliche. Etwa ein Viertel der Erwerbstätigen sieht sich heute bei der Arbeit psychischen Belastungen ausgesetzt, die sich negativ auf das Wohlbefinden und damit auf die Arbeitsfähigkeit auswirken. Die dominierenden Faktoren sind hierbei der zunehmende Leistungsdruck, Zeitdruck und die Arbeitsüberlastung. Das Geschlecht spielt in Zusammenhang mit arbeitsbedingten Gesundheitsproblemen eine untergeordnete Rolle: Frauen und Männer sind in etwa gleichem Maße betroffen. Im Jahr 2015 waren 16,2% der Arbeitnehmer in Deutschland von psychischen Erkrankungen betroffen. (Quelle: Gesundheitsreport der DAK 2016)

Höchster Krankenstand seit 16 Jahren

Mit einem Krankenstand von 4,1 Prozent im Jahr 2015, war es der höchste seit 16 Jahren. An jedem Tag des vergangenen Jahres waren somit durchschnittlich 41 von 1.000 Erwerbstätigen krankgeschrieben. Die häufigsten Ursachen waren dabei Erkrankungen des Muskel-Skelett- und des Atmungssystems sowie psychische Erkrankungen. (Quelle: Gesundheitsreport der DAK 2016)

Ein Anfang ist getan!

Viele Firmen und Unternehmen beschäftigen sich mit dem Thema Gesundheit am Arbeitsplatz. Für die Mitarbeiter eines Betriebes werden Coachings angeboten. Meistens wird jedoch ausschließlich der körperliche Bereich betrachtet.  Dazu kommen noch Coachings, Trainings und Schulungen zu den Themenbereichen Arbeitsschutz, Arbeitssicherheit und Brandschutz.

Was sollte es darüber hinaus noch geben?

Meiner Meinung nach gehören beim Thema Gesundheit am Arbeitsplatz folgende drei Bereiche miteinbezogen:

  1. Der körperliche Bereich:
    Viele Erwerbstätige fühlen sich bei der Arbeit körperlich belastet. Zu den häufigsten Belastungsfaktoren gehören „schwierige Körperhaltungen oder das Hantieren mit schweren Lasten“, gefolgt von „Lärm oder Vibrationen“ sowie „Staub, Rauch, Chemikalien, Dämpfe bzw. Gase“. 4,2% der Erwerbstätigen waren „Unfallgefahren und Wegeunfällen“ ausgesetzt.
    Rückenerkrankungen stehen dabei in allen Branchen an erster Stelle: Rückenbeschwerden haben unterschiedliche Ursachen. Meistens entstehen sie, wenn zu lange in einer Position gearbeitet wird. In den Betrieben sind Rückenerkrankungen für die meisten Fehltage verantwortlich. Für viele Handwerksbetriebe entstehen dadurch hohe Kosten.Unabhängig von der Berufsgruppe stehen die Muskel- und Skeletterkrankungen an erster Stelle der Krankheitsarten. Das gilt auch für alle Angestellten und alle Berufe, die im Büro ausgeübt werden. In diesen Angestelltenberufen bestehen zwar keine schweren körperlichen Anforderungen. Es sind allerdings auch Berufe, die unter Bewegungsmangel und einseitiger Haltung, wie Dauersitzen sowie Anspannung leiden.
    Die Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE) stehen nicht nur an erster Stelle, sie haben auch den herausragend größten Anteil an den Erkrankungsarten erlangt.
  2. Der seelische Bereich:
    „Stress, Mobbing, und Co.“ sind die häufigsten psychischen Belastungsfaktoren in der Arbeit. Daraus entsteht u.a. die sogenannte „neue Volkskrankheit“ Burnout , das Erschöpfungssyndrom.
  3. Der soziale Bereich:
    Zu dem sozialen Bereich gehören u.a. das Verhältnis zum Vorgesetzten, der Geschäftsführung und zu den Arbeitskollegen, der Führungsstil, die innerbetriebliche Kommunikation einschließlich Leistungsbeurteilung und Feedback, das Gruppenverhalten und die Zusammenarbeit sowie das Betriebsklima.
Zeit zu handeln

Bildnachweis: © JENS – Fotolia.com

Für die Erhaltung der Gesundheit am Arbeitsplatz ist ein Umdenken dringend nötig!

Die Firmen und Betriebe sind in der Pflicht! Unternehmen sollten gemeinsam mit ihren Mitarbeitern ein allumfassendes Coaching zum Thema Gesundheit am Arbeitsplatz anbieten! Anschließend wäre es im nächsten Schritt angebracht, gemeinsam und zusammen für das jeweilige Unternehmen ein Konzept zur Erhaltung der Gesundheit am Arbeitsplatz auszuarbeiten. An der Ausarbeitung sollten sowohl Vertreter der Führungsebene als auch der Mitarbeiterebene beteiligt sein. Das Wichtigste dabei ist es, dass das ausgearbeitete Konzept nicht nur in der Theorie vorhanden ist, sondern in der Praxis umgesetzt wird! Das allumfassende Konzept zur Erhaltung der Gesundheit am Arbeitsplatz sollte ein fester Bestandteil im Unternehmensalltag sein, und es sollte danach gelebt werden! Allumfassend bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der körperliche, seelische und soziale Bereich betrachtet wird.

Nur so bleiben die Mitarbeiter längst möglich gesund und zufrieden! Wenn Arbeitgeber die richtige Vorsorge betreiben, können Fehltage reduziert werden. Ein Coach kann dabei unterstützen und helfen.

Zum Abschluss ein Beispiel aus einem meiner letzten Coachings mit einer IT-Firma

Anfang des Jahres führte ich mit einem mittelständischen oberösterreichischen Betrieb aus der IT-Branche ein Coaching durch. Ziel war es, in der Firma für ein positives Betriebsklima zu sorgen und die Ursachen für die hohen Krankenstände herauszuarbeiten und diese zu senken. Die Mitarbeiter sollten sich endlich wieder wohl am Arbeitsplatz fühlen und gesund und vital bleiben. Es herrschte eine schlechte Grundstimmung, Resignation und Aggression, Konflikte, Neid und Missgunst waren an der Tagesordnung. Es gab keine klaren Hierarchien, die Aufgabenbereiche und Zuständigkeiten waren nicht klar abgesteckt. Dabei habe ich gemeinsam mit den Mitarbeitern, dem Betriebsrat und der Geschäftsführung im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung die aktuelle Situation analysiert.  Anschließend wurde gemeinsam ein Konzept für ein positives Betriebsklima, ein Konfliktmanagement und eine klare Aufgabenstruktur erarbeitet.
Jetzt geht es an die Umsetzung.

Andreas Schmied

Andreas Schmied

Andreas Schmied, München, Inhaber der Wunschschmiede, u.a. Diplom Sozialpädagoge (FH) und Trainer.
Die Wunschschmiede bietet Ihnen Beratungen, Hilfen, Lösungen und Unterstützung in Form von Training, Coaching, Webinaren und Seminaren in der DACH – Region an. Dazu gehören Einzelcoachings in den Themenbereichen Mobbing, Burnout, Persönlichkeitsentwicklung und Karrierecoaching, sowie Motivation an. Es werden Mobbingtrainings für Schulen angeboten. Für Unternehmen gibt es Trainings und Coachings zu den Themenbereichen Gesundheit am Arbeitsplatz, Soft Skills Coachings und Mobbing am Arbeitsplatz. Auf Wunsch bietet die Wunschschmiede für Unternehmen individuelle Workshops an! Für Menschen mit Behinderungen in Behindertenwerkstätten werden von der Wunschschmiede Arbeitssicherheitstrainings und Trainings zum Umgang mit Grenzen angeboten. Betriebsräte haben die Möglichkeit Mobbingtrainings bei der Wunschschmiede zu buchen. Abgerundet wird das Angebot der Wunschschmiede durch aktuelle Webinare und Seminare.
www.wunschschmiede.com

Vielen Dank für diesen Gastartikel.

Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Thema „Gesundheit am Arbeitsplatz“ gemacht?
Werden in Ihrem Unternehmen Coachings und Trainungs zum Thema angeboten?
Wir freuen uns auf Ihren Kommentar.

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