Ressort Literatur

Die dystopischen Zwölf - White Horse

Erstellt am 28. Oktober 2012 von Friedelchen

"Ich will nicht hier auf dieser Couch liegen und auf das Ende aller Dinge warten. Und es kommt, dieses Ende. Der Präsident weiß es, die Frau neben mir weiß es, und ich weiß es. Das Ende kommt." (S. 280)
Die dystopischen Zwölf #4 - White Horse
Plötzlich ist es da, mitten in ihrem Wohnzimmer: ein braunes, unauffälliges Tongefäß. Doch in Zoe löst es eine ungeahnte Angst aus, die sie sich nicht erklären kann. Als kurz darauf die Menschen um sie herum sterben und eine bisher unbekannte Seuche ausbricht, kommt Zoe ein schrecklicher Verdacht: ist das Gefäß etwa die Büchse der Pandora, die die Menschheit ins Verderben stürzt? Als die Welt um sie herum im Chaos versinkt, klammert sich Zoe an eine letzte Hoffung - den Mann, den sie liebt, wiederzufinden...
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White Horse nennen sie der Tod der Menschheit - nach dem Reiter der Apokalypse, der auf einem weißen Pferd kommt und die Krankheiten über die Welt bringt. Innerhalb kürzester Zeit löscht die Seuche 90% der Weltbevölkerung aus und lässt die Überlebenden in einer sterbenden Welt zurück, in der nur die Stärksten durchkommen. Wer von den grausamen Mutationen verschont bleibt, die die Seuche mit sich bringt und die Menschen in monsterähnliche Gestalten verwandelt, kämpft um Nahrung, einen trockenen Schlafplatz und darum, seine Menschlichkeit zu bewahren.
Zoe Marshall ist eine dieser Überlebenden. Und sie fürchtet, für den Ausbruch der Seuche verantwortlich zu sein. Denn seit dieses seltsame Gefäß in ihrer Wohnung aufgetaucht ist, sterben die Menschen um sie herum. Erst ihre Freunde, dann ihre Nachbarn und schließlich auch immer mehr Außenstehende. Nun, neun Monate später, ist sie schwanger, die Welt ist von der Seuche zerstört und das Einzige, was Zoe noch am Leben hält, ist die Hoffnung, ihren Freund Nick wiederzufinden, der in dem Chaos nach der Apokalypse verschwunden ist. Falls er denn überhaupt noch lebt. Denn zu viele ihrer Liebsten sind bereits gestorben. Und wenn niemand mehr da ist, den du lieben oder auch hassen kannst, wofür lohnt es sich dann überhaupt noch weiterzuleben?
"Wir sind alle nur Marionetten, geführt von einer unsichtbaren Hand, die uns zum Tanzen und zum Weiterleben zwingt. Wenn diese Hand loslässt, sacken wir in uns zusammen, und alles ist aus." (S. 248)
White Horse entwirft ein apokalyptisches Szenario, dass so grausam wie fesselnd ist. Abwechseln in der Gegenwart und in der Vergangenheit schildert Zoe, wie sie Nick kennengelernt hat, wie die Seuche schleichend, aber unaufhaltsam ausgebrochen ist und wie sie nun durch eine entvölkerte, gefährliche Welt streift, um Nick wiederzufinden. Auf ihrer Reise begegnen ihr dabei immer wieder Menschen, die genau wie sie nach einem Grund suchen, weiterzuleben. Aber auch unter den Überlebenden gibt es Monster, die sich hinter einer Maske der Menschlichkeit verbergen und die Abscheulichkeit dieser neuen Welt offenbaren. 
Vom Stil her wirkte White Horse auf mich, als sei es von einem weiblichen Stephen King geschrieben - genauso hart, brutal und schonungslos wie der Altmeister schildert Alex Adams Zoes Geschichte. Nur die quälerischen, sehnsuchtsvollen Gefühle von Zoe zeigen, dass das Buch aus der Feder einer weiblichen Autorin stammt. Vom Grauen, welches Adams hier beschreibt, bleibt sie jedoch nicht hinter ihren männlichen Kollegen zurück.  
Und obwohl uns die Geschichte in eine traurige, düstere Zukunft entführt, klammert man sich beim Lesen genau wie Zoe verzweifelt an die Hoffnung, dass am Ende alles gut wird, dass sie ihren Freund wiederfindet, dass sie wenigstens ein kleines Stück Normalität und Geborgenheit findet. Denn so, wie die Welt einmal war, wird es nie wieder werden...
White Horse - Alex Adams
Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: Piper (10. September 2012)
ISBN-10: 349270252X
Preis: 16,99 Euro
Willis Fazit:Die dystopischen Zwölf #4 - White Horse

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