Die besten Filmreihen mit verunglücktem Finale: Matrix und Zurück in die Zukunft

Features Matrix-Reloaded-©-2009-Warner-Bros

Veröffentlicht am 23. Februar 2014 | von Christoph Stachowetz

Diesmal in unserem Filmfeature: Zwei Trilogien mit Sci-Fi Setting, die zurecht ihren Platz in der Filmgeschichte erhalten haben (im Guten wie im Schlechten) – Matrix und Zurück in die Zukunft.

Die Matrix Trilogie

The-Matrix-©-1999-Warner-Bros

“Mr. Wizard. Get me the hell out of here.”

Als das Geschwisterpaar Andy und Lana (damals übrigens noch Larry) Wachowski 1999 ihr Sci-Fi Epos in die Kinos brachten, konnten Fans des Genres und generell auch Filmbegeisterte kaum ihren Augen trauen. Ein intelligente, mit vielen Twists und Überraschungen ausgestattete sowie technisch umwerfende, düstere Zukunftsvision, die von bisher unbekannten Regisseuren ins Leben gerufen und mit seinerzeit wohl eher als wenig zugkräftig zu bezeichnenden Schauspielern verwirklicht wurde – genau das stellt Matrix (Im Original: The Matrix) dar. In einem dystopischen, überaus stimmigen Cyberpunk-meets-Noir Setting, das wohl noch am ehesten mit Klassenprimus Blade Runner zu vergleichen ist, darf sich Hauptdarsteller Keanu “Whoa!” Reeves endlich mal so richtig austoben: Verglichen mit seinen bisherigen Rollen stellt die Messias-gleichende Figur Neo (schon der Name!) wohl den Höhepunkt seines bisherigen Schaffens dar, sowohl in Sachen Ausdruck, Tiefgründigkeit und natürlich Kung-Fu Kenntnissen. Mehr als tatkräftige Unterstützung finden Reeves aber auch von großartigen Nebendarstellern, allen voran natürlich Laurence Fishburne und Carrie-Ann Moss als Mentor Morpheus respektive Love-Interest Trinity. Wie so oft hängt das Schicksal eines Film mit klarer Gut-Böse Perspektivensetzung von der dem Protagonisten entgegenwirkenden Figur ab, die in der Matrix mit absoluter Brillanz und voller bösartiger Energie von Hugo Weaving in Form des Agenten Smith dargestellt wird. Noch selten hat man eine so effektiv-emotionslose Killermaschine auf der Leinwand erlebt, ein Platz in den Annalen der Filmbösewicht-Geschichte konnte sofort gesichert werden (auch in unserer Top-10 Auftragskiller-Liste übrigens!)

Platz 19 (!) in der berühmt-berüchtigten IMDB Top 250 Filmliste, Kritikerlob ohne Ende, inflationäres Kopieren der innovativen Kameratechnik und eine Auftragsflut für die Schauspieler sind die Nachwehen des Erfolges – bis zu einem Sequel sollte es aber noch mehrere Jahre dauern. Begleitet von einer überraschend gut gelungenen Animationskurzfilmsammlung namens The Animatrix kam 2003 die heiß ersehnte Fortsetzung Matrix Reloaded (OT: The Matrix Reloaded) in die Kinos, aufgrund der Back-to-Back Drehbedingungen (also ohne längere Drehpausen zwischen den Produktion) folgt der Abschluss der Trilogie ebenfalls in diesem Jahr. Die Fortsetzungs-Problematik für Regisseure und Zuseher ist aber in diesem Fall besonders stark spürbar: Wie soll man etwas perfekt abgeschlossenes, rundum gelungenes nochmals weiter ausquetschen, um den damals ungeahnten Erfolg zu kopieren? Die Wachowskis bedienten sich dabei zweier offensichtlicher Techniken, nämlich der philosophischen Aufblähung der Erzählkorpus (man denke an den immer noch in vielerlei Hinsicht grenzwertigen Monolog des “Architekten”) und dem verstärkten Einsatz von computergenerierten Bildern, die allerdings, verglichen mit dem dezenteren Einsatz beim Vorgänger, ebenso deplatziert wie veraltet wirken. So war die Empörung natürlich groß, da die Fortsetzung nicht mal ansatzweise die Qualitäten von Matrix weiterführen konnte – auch wenn bei näherer Betrachtung die Kritik nicht unbedingt nachvollziehbar ist. So stellt Matrix Reloaded zwar ein etwas zu Pseudo-Kopflastiges Sci-Fi Werk dar, das allerdings durchaus großartig inszenierte Actionsequenzen und die eine oder andere innovative Idee mit sich bringt.

Wenig überraschend konnte natürlich auch Matrix Revolutions (überraschend im Original: The Matrix Revolutions) das Ruder des langsam im tobenden Strudel der Fan- und Kritikerflut sinkenden Kahns nicht herumreißen: Immer offensichtlicher und offensiver werden die Heilsbringer-Metaphern, immer verworrener die konvoluten Haupt- und Nebenhandlung(en), immer belangloser die Nebencharaktere und immer bombastisch-belangloser die CGI-Schlachten. Als ambitioniertes, aufwändiges und natürlich auch kostspieliges Projekt, das aufgrund einer hervorragenden Vorlage großartige Chancen auf eine gute Weiterverwertung hätte, schmerzt dieses zweiteilige Versagen in Form der beiden Sequels natürlich umso mehr. Darf man also hoffen oder muss man fürchten, das Hollywood die Matrix nicht vergessen hat? Anders ausgedrückt: Bevorzugen Fans eher die rote oder die blaue Pille, wenn es um ein Reboot oder eine Fortsetzung geht?

Die Zurück in die Zukunft Trilogie

Zurück-in-die-Zukunft-©-2010-Universal

” I guess you guys aren’t ready for that yet. But your kids are gonna love it.”

Zurück in die Zukunft (OT: Back to the Future) von Regisseur Robert Zemeckis ist einer DER Kultfilme der 80er Jahre. Kluge Unterhaltung auf höchstem Niveau, ein fantastisch geschriebenes Drehbuch, originelle Figuren und eine witzige Geschichte. Selbst heute noch, nach fast 30 Jahren, weiß der Film noch immer zu gefallen und natürlich auch zu unterhalten. Michael J. Fox wurde mit seiner Rolle des Marty McFly, der mittels umfunktionierten DeLorean in die Vergangenheit reist und dort seine jungen Eltern trifft, zum Star während Christopher Lloyd als schrullig-genailer Dr. Emmett “Doc” Brown die Rolle seines Lebens spielt. Kaum zu glauben, dass es den Beteiligten mit dem vier Jahre später erschienem Sequel gelang, den ersten Teil noch zu übertreffen.

In Zurück in die Zukunft II (OT: Back to the Future Part II) verschlägt es Marty diesmal nun tatsächlich in die Zukunft (und zwar ins Jahr 2015!), nur um danach wieder in die Zeitepoche aus dem ersten Teil zurück zu reisen, ohne sich in die Geschehnisse von damals involvieren zu dürfen. Klingt nach einer verworrenen Geschichte, funktioniert aber großartig und durch seine zahlreichen Gags sowie originellen Ideen, sowohl in Hinblick auf die visionäre Zukunftsperspektive als auch im respektvollen Umgang mit dem eigenen Vorgänger, übertrifft er den ersten Teil und wird so zum Höhepunkt der Reihe.

Erst mit Zurück in die Zukunft III (OT: Back to the Future Part III) wird deutlich, dass den Autoren die Ideen ausgegangen sind und auch der Regisseur nur mehr bereits bekannte Versatzstücke neu aufwärmt, diesmal im Western-Setting. Selbst die Darsteller erscheinen reichlich desinteressiert und stolpern gelangweilt durch die Geschichte, obwohl sie sich Aufopferungsvoll ihre Rollen gewidmet haben (Michael J. Fox wurde beinahe wirklich in einer Filmszene erhängt!). Nur wenige Gags zünden und der kultige DeLorean wird gegen Ende zu Gunsten einer Zeitmaschinen-Lokomotive geopfert. Mit Zurück in die Zukunft III hat die Reihe seine Zeit überdauert.

Tags:Filmreihe

Über den Autor

Die besten Filmreihen mit verunglücktem Finale: Matrix und Zurück in die Zukunft

Christoph Stachowetz Aufgabenbereich selbst definiert als: Chief of Operations. Findet “Niemand ist so uninteressant wie ein Mensch ohne Interesse” (Browne) interessant.


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