Auch ein anderer Bezug zu Vattenfall ist diesbezüglich, wenn auch von den deutschen Medien tot geschwiegen, hoch interessant. Er betrifft das Engagement von Vattenfall in der Brandenburger Lausitz, dem ehemaligen Energiebezirk Cottbus der DDR.
Dort ist nicht nur Vattenfall schlecht hin der größte Arbeitgeber, Vattenfall dürfte dort auch der größte Steuerzahler sein.
Da aber auch aus Gründen der mehr als umstrittenen CO2 Untergrundspeicherung im Land Brandenburg die Aussichten für Vattenfall alles andere als rosig sind, droht Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzek (SPD) die nächste Blamage.
Er war es, der zusammen mit seinem Wirtschaftsminister Christoffers (Die Linke) trotz vieler Skeptiker die CO2 Untergrundspeicherung über den grünen Klee lobte. Vattenfall dagegen betonte immer wieder, dass es verständlicherweise ein Engagement in den Brandenburger Tagebauen nur dann weiter geführt wird wird, wenn die CO2 Untergrundspeicherung Realität wird, weil sonst eben die Ziele zur Reduzierung des CO2 Ausstosses Makulatur bleiben. Dass die CO2 Untergrundspeicherung aber eine nicht ausreichend verifizierte und vor allem Risiko freie Technologie ist, das pfeifen die Brandenburger Spatzen schon lange von den Dächern. Nur in der Potsdamer Heinrich - Mann - Allee, dem Sitz der Landesregierung wollte man das Pfeifen nie hören.
Nun steht die Brandenburger Landespolitik vor dem Problem, dass man schlecht den Teufel mit Belzebub austreiben kann. Denn welchen Sinn hat der Wechsel von Atomenergie zu der nicht minder der Umwelt schädlichen Erzeugung von Strom mittels Braunkohle? Bei dem einen ist das Strahlungsrisiko. Bei der anderen Technologie hat man kein Risiko, weil die Landschaft durch Abbagerung gleich mit zerstört wird. Horno und die Lakomaer Teiche lassen herzlich grüßen.
So wird sich Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzek (SPD) in Angesicht des drohenden Zusammenbruches des Solarstandortes Frankfurt / Oder die Frage gefallen lassen müssen, wie weit denn Brandenburger Wirtschaftspolitiker überhaupt noch denken? Noch heute morgen gegen acht Uhr meldeten die Börsenticker, dass sich die Conergy Aktie in einem dramatischen Absturz befindet. Im Videotext des RBB war diese Woche gar zu lesen, dass den Conergy Aktionären ein Totalverlust drohe. Conergy betreibt aber in Frankfurt / Oder eine mit 700 Mitarbeitern nicht gerade kleine Produktionsstätte.
So greift eins in das andere. Vattenfall unterliegt allein auf Grund des Atomausstieges wirtschaftlichen Zwängen, die man auch in der Lausitz mit und ohne CO2 Untergrundspeicherung spüren wird. Da beißt die Maus keinen Faden ab.
Bricht dann noch Conery zusammen, dann kann man mal wieder sagen: Außer Spesen nichts gewesen. Denn das sowohl die Lausitz als der Produktionsstandort Frankfurt / Oder zumindest teilweise aus Steuermitteln finanziert wurden, ist ja nun weiß Gott kein Geheimnis.
So wird man bald in Abwandlung eines alten Volksliedes singen können:
An der Oder hellem Strande, stehen Fabriken stolz und kühn, Ihre Dächer sind zerfallen, Und der Wind streicht durch die Hallen, Wolken ziehen d'rüber hin. Zwar die Banker sind verschwunden, Nimmer klingen usw. usf.
Was wäre aber passiert, wenn es Brandenburg verstanden hätte, erst einmal wesentlich kleinere Brötchen zu backen? Vielleicht diese auch nicht mit so vielen faden Beigeschmäcken wie uns die Ereignisse um das Resort Schwielowsee wissen lassen. Macht schon nachdenklich, wenn man die SPD "Ahnengalerie" in der unteren Ebene des Resort Schwielowsee betrachtet. Auffällig wieviele SPD Politiker sich dort die Klinke in die Hand gaben.
Denn es gibt im Land Brandenburg schon allein aus historischer Sicht unendlich viele Anknüpfungspunkte nach Schweden. Einer ist der Glasbläser Johannes Kunkel. Er war vor hunderten von Jahren einer der Väter des schwedischen Glasreiches. Dieses ist gerade wie jedes Jahr gerammelt voller Touristen, wie der Volksmund zu sagen pflegt, was man von Brandenburg nicht gerade sagen kann. Ist auch kein Wunder.
Man kann in Schweden in drei bis vier Stunden vom Fährhafen Trelleborg in das schwedische Glasreich fahren. Man braucht aber in der Stadt Potsdam mindestens eine Stunde, um "dank" uendlich vieler, nicht aufeinander abgestimmter Baustellen, von einem Ende an das Andere zu kommen. Das ergibt eine Durchschnittsgeschwindigkeit von kleiner 20 km/h.



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