Der erste Kinobesuch des Großen

Heute habe ich es gewagt und war zum ersten Mal mit dem Großen im Kino. Bis vor kurzem hielt ich das noch für zu früh und sah nicht, dass er diese Erfahrung problemlos verkraften würde. Vor ziemlich genau einem Jahr, er war gerade 5 geworden, sollte er mit seiner Kita ins Kino gehen und ich entschied nach vielen Überlegungen und Austausch, ihn davon auszunehmen. Das Für und Wider habe ich hier beschrieben. Das war damals auf jeden Fall die richtige Entscheidung und ich bin immer noch froh, sie getroffen zu haben.
Nun ist er ein Jahr älter und reifer geworden, kann unbekannte Situationen besser verarbeiten und wir waren in diesem Winter ein paarmal im Planetarium, wo es 45-minütige Kindervorstellungen gibt, die mit einem Kinobesuch vergleichbar sind. Das hat er gut mitgemacht. Zuhause schauen wir übrigens immer noch kein TV. Ich hatte schon im Hinterkopf, mich nun mit ihm mal ins Kino zu wagen, wollte aber einen absolut harmlosen Film schauen und freute mich deshalb sehr, als ich zwei Freikarten für "Die Häschenschule" gewann. Diesen Film hielt ich für total gut geeignet für seinen ersten Kinobesuch und der Trailer gefiel ihm. Ich suchte ein kleines Programmkino aus, denn keinesfalls wollte ich ihm einen großen Kinosaal in einem Multiplexkino zumuten, wo ich es selbst immer als viel zu laut und überfordernd empfinde.
Der erste Kinobesuch des Großen
Heute Nachmittag war es nun soweit. Wir beide fuhren mit dem Bus zu dem kleinen Kino, suchten uns Plätze in der vorletzten Reihe und am Rand, damit wir schnell raus konnten, falls es nötig sein sollte. Ich sagte ihm, dass er mir sofort Bescheid geben sollte, wenn für ihn irgendetwas komisch oder unangenehm wäre, und wir dann sofort rausgehen könnten. Zum Glück war die Leinwand klein, wir saßen weit hinten und der Sound war angenehm normal, nicht so ohrenbetäubend wie in großen Kinos. Als es losging, war ich sofort sicher, dass alles gutgehen würde. Er hatte keine Scheu vor der Dunkelheit und saß auch nicht stocksteif und mit weit aufgerissenen Augen da, wie sonst manchmal, wenn ihn etwas überfordert. Ich hatte das richtige Kino, den richtigen Film und die richtigen Plätze für den ersten Kinobesuch des Großen ausgesucht.
Der erste Kinobesuch des Großen
Der Film "Die Häschenschule" war wirklich süß und lustig, in der zweiten Hälfte lachten viele Kinder, darunter auch mein Großer, herzhaft, und er fieberte richtig mit. Ich fand ihn auch gar nicht zu kindlich für ihn. Die Bilder waren angenehm, der Schnitt nicht zu schnell und die Szenen nicht wild. Perfekt für ihn. Er hielt auch die 75 Minuten gut durch, fragte nicht einmal, wann der Film zuende sei und wirkte hinterher überhaupt nicht verwirrt oder irgendwie mitgenommen. Das war so schön für mich zu sehen. Er sagte, dass es ihm gefallen hätte und erzählte zuhause von den Abenteuern des Stadthasen Max. Als ich ihn fragte, ob er sich denn Kino so vorgestellt hatte, sagte er nur "größer". Darauf erwiderte ich, dass ich extra ein kleines Kino für sein erstes Mal ausgesucht hatte und es weitaus größere Kinos gibt. Er wirkte absolut ausgeglichen und zufrieden, was nicht oft der Fall ist, wenn er etwas zum ersten Mal macht. Bei neuen Erfahrungen braucht er wie ich meist 2-3 Anläufe bzw. Wiederholungen, bis er sich daran gewöhnt hat. Umso schöner, dass er dieses Erlebnis problemlos verdaute.
Für ihn war es genau richtig, bis jetzt mit einem Kinobesuch zu warten. Er ist nun 6 Jahre alt und reif genug für solche Erfahrungen, wenn man sie gut vorbereitet und sie in einem für ihn passenden Rahmen ablaufen. Sicherlich wäre das in einem großen Multiplexkino oder ohne vertraute Bezugsperson anders verlaufen. So aber war ich dabei, konnte seine Reaktionen beobachten und sofort reagieren, falls nötig. Ich war ziemlich schockiert, dass richtig kleine Kinder, vielleicht 2,5 Jahre alt, ebenfalls mit im Saal saßen, vermute aber, dass diese Kinder dann auch zuhause viel fernsehen und an diese Bilderflut "gewöhnt" sind. Ich habe auch von einem Kindergeburtstag von 3-Jährigen gehört, der in einem Kino stattfand. Das finde ich viel zu früh.
Zuletzt blieb noch sein Verhalten zuhause abzuwarten, denn wenn er überreizt ist, dann dreht er oft zuhause völlig durch, weint oder meckert viel und ist durch den Wind. All das war nicht der Fall, er verhielt sich völlig normal, lachte viel und war ganz ausgeglichen. Definitiv die beste Bestätigung für einen gelungenen Nachmittag. Ich bin sehr froh darüber, so lange gewartet zu haben, egal, was andere Leute sagen oder anders machen. Warum soll ich mein Kind mit etwas konfrontieren, was ich noch nicht als geeignet empfinde, nur weil andere Kinder das in einem jüngeren Alter schon mitmachen? Jedes Kind ist anders und ich habe die Verantwortung, dieses Kind so zu begleiten, dass es eben nicht überfordert wird, sondern entsprechend seiner Voraussetzungen möglichst optimal aufwachsen kann. Denn ich muss ja auch die Konsequenzen tragen, wenn ein Experiment scheitert, z.B. Alpträume, Ängste, Verweigerung aushalten und heilen.
Ich bin total im Reinen mit dieser ganzen Kino-Geschichte, sowohl was das lange Abwarten und die letztjährige Entscheidung gegen den Kinobesuch mit der Kita, als auch was das heutige Ausprobieren angeht. Und wenn er die Geschichte des Films noch einmal hören will, werde ich ihm das zugehörige Buch "Die Häschenschule"* kaufen. Es ist ja ein Klassiker und passt perfekt zur bevorstehenden Einschulung des Großen. Ich würde aber auch weiterhin kleine Kinos, harmlose Filme und Plätze weit hinten wählen, damit sein erstes Kinoerlebnis von weiteren positiven gefolgt wird. Abgesehen von dem gelungenen ersten Kinobesuch war es wieder eine schöne Exklusivzeit mit meinem Großen, von der es bald auf unserer Mutter-Kind-Kur viel mehr geben wird, und ein weiterer Test für den Mann und die Kleine, die dann viel Zeit zusammen verbringen werden.
Wann wart ihr das erste Mal mit euren Kindern im Kino? Sind eure Kinder unproblematisch, was solche Erfahrungen angeht, oder ähnlich sensibel wie mein Großer?
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Fotos: Frühlingskindermama

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