Ressort Europa

Das skandinavische Ende der kalten Progression

Erstellt am 8. November 2011 von Balticproducts
Während FDP Chef Rösler schon vollmundig die vor kurzem von der Koalition verkündeten Steuererleichterungen als das Ende der kalten Progression bezeichnet, verursacht dieses Thema einige Kilometer weiter nördlich nur Kopfschütteln.

Schweden hat bspw. keine kalte Progression. Das dortige Einkommenssteuersystem ist so simpel, dass man wirklich die schwedische Steuererklärung auf dem Bierdeckel machen kann.

Dieser Überlegung folgend gibt es nun auch auf Island Überlegungen, das Steuersystem weiter zu vereinfachen, wie das isländische Fernsehen unter http://www.ruv.is/frett/einfaldara-skattkerfi meldet. Transparenz im Steuersystem führt nach Ansicht isländischer Politiker auch dazu, dass die Wahrscheinlichkeit der Steuerhinterziehung sinkt.

Die Erklärung dafür ist so simpel wie einleuchtend. Wo es keine Schlupflöcher gibt, kann man auch nicht durch sie hindurch schlüpfen. Eine Körperschaftssteuer von bspw. 26,3% und eine Einkommenssteuer von 31,42%, wie sie bspw. aktuell in Schweden gilt, ist total transparent. Denn egal welchen Basiswert man ansetzt, prozentual ergibt sich immer das gleiche Ergebnis.

So wäre es vielleicht für die Koalition sinnvoll, sich einfach einmal an einem der nächsten Wochenende in Skandinavien eine Auszeit zu gönnen. Dies ist bestimmt besser als an Wochenenden nächtelang im Kanzleramt über halbherzige Dinge zu brüten, wie am letzten Wochenende in Berlin geschehen.Das skandinavische Ende der kalten Progression
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