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Darwin Tag

Von Kuriose Feiertage

Als am 12. Februar 1809 Robert Darwin und seine Ehefrau Susannah mit dem kleinen Charles Robert ihr fünftes Kind zur Welt brachten, ahnte das Ehepaar mit Sicherheit nicht, dass ihr Sohn zum einen als einer der bedeutendsten Naturwissenschaftler gelten und zum anderen einen eigenen Feiertag erhalten würde. So wird heute, also 204 Jahre später, bereits zum 18. Mal weltweit der Darwin Day gefeiert.

Kuriose Feiertage: 12. Februar - Darwin Day (c) 2013 - www.centerforinquiry.net

Über die weitreichende wissenschaftliche Bedeutung von Darwins On the Origin of Species und der darin formulierten Evolutionstheorie muss an dieser Stelle wohl kaum ein Wort verloren werden, interessanter ist hingegen die Geschichte, wie es zu diesem Feiertag gekommen ist.

Happy Birthday Charles Darwin – Für die Wissenschaft

Zum ersten Mal wurde dieser kuriose Gedenktag am 22. April 1995 an der kalifornischen Stanford University begangen, wo unter Leitung von Dr. Robert (“Bob”) Stephens die Humanist Community Stanford einen Vorlesung zu Ehren Charles Darwins organisierte. Titel der Vorlesung: Darwin and Human Origins, Referent: Dr. Donald Johanson, Entdecker des Skeletts, das unter dem Namen Lucy bekannt wurde.

Aufgrund des großen Erfolgs beschloss man, diese Veranstaltung regelmäßig an Darwins Geburtstag, also dem 12. Februar, zu wiederholen. Seitdem folgten viele Universitäten dem Beispiel von Stanford und würdigen heute Darwins Beitrag zur Wissenschaft. Darüber hinaus soll mit dem Darwin Day der Öffentlichkeit die zentrale Bedeutung wissenschaftlicher Erkenntnis näher gebracht werden. Neben der Ehrung von Darwins wissenschaftlicher Leistung und Werk steht seit einigen Jahren aber auch ein anderer Aspekt im Vordergrund: Denn als Gegenbewegung zum Kreationismus wird der Darwin Day auch von zahlreichen Atheisten als wissenschaftlich begründeter Feiertag genutzt, um so ein notwendiges Gegengewicht zum wieder erstarkten Einfluss religiösen Denkens in der Gesellschaft zu positionieren. So veröffentlichte z. B. der Humanistische Pressedienst (hpd) am 9. Februar 2012 eine Pressemitteilung, in der es u.a. heißt:

„Feiern sind ein wichtiger Teil jeder Kultur. Sie stellen eine Tradition und eine gemeinsame Bindung, die unter jenen geteilt werden kann, die ihre Kultur bilden. Sie erlaubt ihnen eine bedeutungsvolle Verbindung zueinander und mit den Prinzipien, denen sie sich verschreiben. Unglücklicherweise basieren die meisten Feierlichkeiten auf antiken Traditionen, die lediglich für ein bestimmtes Land oder eine bestimmte Kultur relevant sind, und sie bildeten häufig und bilden weiterhin die Quelle ernster Konflikte. In diesem Augenblick in der Geschichte ist die Welt so klein und interdependent geworden, dass wir eine Globale Feier brauchen, um eine gemeinsame Bindung unter allen Menschen zu befördern.“
Quelle: http://hpd.de/node/12882

In diesem Sinne verstehen auch die Organisatoren des Darwin-Tag dieses Datum als Versuch, einen internationalen Feiertag zu etablieren, der über die Grenzen ideologischer und religiöser Weltanschauungen hinweg dem einigenden Charakter der wissenschaftlichen Erkenntnis als Akt der Verständigung betont. Dementsprechend ist es eines der primären Ziele der Macher, diesen Tag als offiziellen Feiertag anerkannt zu bekommen.

Weitere Infos zum Darwin Day und seinem Namensgeber

Eine Liste mit Veranstaltungen und zahlreichen Informationen rund um Charles Darwin, der Evolutionstheorie und dem Anliegen der Veranstalter finden sich auf der offiziellen Website:
http://darwinday.org/ oder: http://www.centerforinquiry.net/oncampus/darwin_day


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