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Buch "Fotografie für Journalisten. Mit Tipps für Blogger und Online-Journalisten" / Eine Kurz-Kritik

Erstellt am 13. Juli 2011 von Willischewski
Na, wer von uns Bloggern, Online-Autoren (- Journalisten), oder auch ambitionierten Hobbie-Fotografen, hat sich das nicht schon Mal gefragt: Man sieht im Netz oder auf Druckmedien ein klasse Foto und sinniert: "Wie hat er(sie) das bloß hingekriegt?"  

Wie man klasse Fotos hinkriegt, die den Leser fesseln und sich obendrein auch verkaufen lassen, versucht der Autor Kay-Christian Heine in seinem Buch "Fotografie für Journalisten"zu erklären. Und das macht er ganz prima. Doch der Reihe nach:


Zunächst sei gesagt, dass der Buch-Titel "...für Journalisten" ein wenig eingeschränkt klingt. Die Lektüre dürfte für alle interessant sein, die, als Ergänzung zur Schreiberei, ihre selbst-geschossenen Bilder im Netz (zum Beispiel Blogger*) oder auf Druckmedien veröffentlichen und sich ein Zusatzeinkommen verdienen wollen.


Praxiswissen von beiden Seiten
Der Autor Kay-Christian Heine sitzt von Zeit zu Zeit auch an der anderen Seite des Schreibtisches und arbeitet in der Redaktion einer Lokalzeitung. Er weiß daher, wie der Redaktionsalltag aussieht und welche Anforderungen dort an das von Journalisten gelieferte Bildmaterial gestellt werden.

Diese Kenntnisse kommen den Leser in seinem Buch zugute, versteht er es doch, neben anschaulichem Bildmaterial, durch eine einfache, klare und verständliche Sprache zu überzeugen. Ergänzung finden seine Texte durch Infokästen, Checklisten sowie Zusammenfassungen und Praxis-Tipps - und das auf fast jeder Seite des Buches. Praktisch sind für den Leser die Hinweise auf Risiken (Infokasten "Warnung").

Inhalt:
Im ersten kapitel geht der Autor auf "Technik und fotografisches Handwerk" ein, insbesondere Ausrüstung, Technik-Grundkurs "Fotograife für Journalisten", Fotografie unter schwierigen Bedingungen. Der Leser erfährt hier alles darüber "Was hat ein Wasserhahn mit der Belichtung zu tun", über Blende, Zeit, Belichtung, Schärfe, Weisabgleich.

"Bildgestaltung und Komposition" werden im zweiten Kapitel beschrieben, insbesondere: Die Funktionen des Bildes; Gute Vorbereitung führt zur Bildidee; Die Motivwahl; Bildgestaltungsregeln; Menschen fotografieren; Von abgeschnittenen Füßen und aus Köpfen wachsenden Ästen - Vermeidung typischer Fehler

"Wenn die Bilder im Kasten sind", damit beschäftigt sich das dritte Kapitel, zum Beispiel:  Eine Bildauswahl treffen; Bildbearbeitung – der Computer als digitale Dunkelkammer; Die gute Bildunterschrift; Bilder zur Veröffentlichung bereitstellen;  Das digitale Bildarchiv.

Im vierten Kapitel des Buches wird das schwierige Thema Foto-Recht abgehandelt. Zusammen mit Gastautor und Medienrechtler Jan Christian Seevogel geht es um Recht und Pressefotografie, Rechte des Fotografen und die Rechte der fotografierten Person.

* Insbesondere für Blogger sei auf die Seiten 73, 93 und 127 hingewiesen. Seite 73 geht auf das Thema "Fotos für Blogs und Webseites: Bildstrecken online" ein. Seite 93 beschäftigt sich mit "Fotos für Blogs und Websites: Inhaltliche Anforderungen". Auf Seite 127 heißt es: "Fotos für Blogs und Websites: technische Anforderungen."

Wenn es ums Verkaufen von Fotos an Zeitungs-Redaktionen geht, sollte der Leser auf Seite 113 blättern, wo er die Abhandlung: "Was sich Bildredakteure wünschen" findet.   

Abgerundet wird das Buch durch zwei Anhänge. Bei Nr. 1 dreht es sich um die Fotoausrüstung. Welche ist die "richtige" Kamera, welche Objektive, Blitzgeräte,  Stative und Kamerataschen sollten eingesetzt werden..Anhang 2 gibt Tipps, wie und wo sich fotografierende Journalisten im Netz informieren können.

Fazit: Die Kürze macht die Würze des Buches "Fotografie für Journalisten" (bei Amazon.de) aus. Für den Verfasser geht der Autor rasch auf das Wesentliche ein - und das in einer verständlichen Sprache - ohne Schnörkel. Der Verfasser konnte selbst einige Tipps beherzigen und in seine praktische Arbeit einbeziehen. Wer sich insbesondere mit der lokalen Pressefotografie beschäftigen möchte, findet dort einige Hilfen. Es eignet sich auch als Handbuch zum regelmäßigen Nachschlagen, das Buch-Cover ist griffig und stabil.

Gefallen haben die schönen, kräftigen Fotos, die ein Abbild der Arbeiten eines Qualitäts-Foto-Journalisten zeigen (Informationen über den Autor + ein Interview findet man unter dieser Weiterleitung  ).
Ob ein Buch aber als Anleitung alleine hilft, um als Blogger, Hobbie-Autor oder "gelernter" Journalist in den Foto-Journalismus quer einzusteigen, kann der Verfasser nicht beurteilen.

Erfolg kommt vom Tun, von der Praxis, der Erfahrung und weniger vom Lesen. Foto-Qualität ist ein hohes Gut, das - trotz rapide sinkender Verkaufspreise für Fotos - in Redaktionen zurecht verlangt wird. Das Buch kann eine kleine Hilfe bieten, da hinzukommen, worüber andere vielleicht mal sinnieren: "Wie hat der/die Fotograf/in das Foto bloß hingekriegt?".

Informationen über den Autor + ein Interview findet man unter dieser Weiterleitung 

Als Ergänzung sei auf zwei weitere Bücher zum Thema hinwiesen (Links führen zu Amazon.de): "Foto-Journalismus" von Julian J. Rossig sowie  "Fotografie und Recht - Die wichtigsten Rechtsfälle für die Fotopraxis" von Jans Brüggemann



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KOMMENTARE ( 1 )

Von Cassie
Veröffentlicht am Sonntag, 17. Juli um 14:42
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Ich muss ehrlich sagen, ich denke, dass Bücher über Fotografie zwar interessant sind, aber was wirklich den Skill ausmacht, ist im Endeffekt nicht nur die Ausrüstung, sondern auch die Kreativität, viel Herumprobieren etc. Mein Bruder etwa ist begeisterter Hobby-Fotograf, hat aber nicht allzu viel Kohle und deshalb nur eine Mittelmäßige Ausrüstung (Sigma SD15, Canon EOS550, plus einige Sigma Objektive). Sein bester Freund ist Profifotograf und kauft sich immer die neuesten, teuersten Kameras und wenn ich die Bilder der beiden vergleiche, finde ich die von meinem Bruder um Längen besser - und nicht nur deshalb, weil er mein Bruder ist ;D

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