

Wer in den Vereinigten Staaten in den Hotels der recht preiswerten Ketten wie Comfort Inn oder Days Inn absteigt, hat vielleicht Glück und bekommt ein Zimmer für zwei Personen mit einem Kingsize-Bett, je nach Landesteil, schon ab 89 Dollar mit Frühstück. In begehrten Touristenzentren können es in den gleichen Ketten allerdings schon mal 99-149 Dollar sein. Immer plus Steuer, die meist (je nach Staat) um die acht Prozent pendelt. Wer es etwas gemütlicher haben möchte, geht in Häuser der Ketten wie Howard Johnson, Holyday Inn, Best Western oder Hampton Inn, die dann meist zwischen 130 und 180 Dollar pro Nacht (ohne Frühstück) verlangen.
Im Comfort Inn oder Days Inn bekommt man für sein Geld häufig sehr geräumige, saubere Zimmer an einer Ausfallstraße unweit von Tankstellen, Ketten-Food-Lokalen und Einkaufszentren, aber natürlich nicht im Zentrum der Großstädte. – Wobei dazu gesagt werden muss, die höheren Hotelkategorien liegen fast immer gleich um die nächste Ecke. – Die Zimmer haben normalerweise reichlich Platz, recht ordentlich ausgestattete Bäder, manchmal sogar einen Pool, der dann ebenfalls direkt an der Straße liegt, kostenloses Wi-Fi (Wlan) und einen großen Fernseher mit den wichtigsten Sendern der Region und eine stark lärmende Klimaanlage.

Die Einrichtung ist natürlich Geschmacksache
Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist ausgezeichnet. Bis man sein Früstück bekommt, ist alles in bester Ordnung.
Das Wort “serviert” fehlte bewusst im vorhergehenden Satz, denn bei dem im Übernachtungspreis enthaltenen Früstück handelt sich nur um eine Zusammenkunft aller Menschen die in dem Hotel genächtigt haben und nun, meist direkt neben der Lobby, in einem kahlen Raum mit Resopaltischen und Metallrohrstühlen ihr Zeug zusammensuchen.
Es gibt Plastik-, Papp- oder Styropor-Teller, Papp- oder Styropor-Becher und Plastik-Besteck. Rührei und Würstchen gibt es fast immer in den Edelstahl-Warmhaltern. Dazu allerlei Abgepacktes. Butter, Marmelade, Joghurt, Sirup und Erdnussbutter, Kaffeesahne, Salz, Pfeffer, Frischkäse und anderes Zeug von dem ich gar nicht wissen wollte, dass es so etwas überhaupt gibt.
Zum Beispiel industriell hergestelltes und abgepacktes Rührei, vorgegart, das man sich auf ein Brötchen (wenn vohanden) legen kann. Oder das unten abgebildete Zeug, in dem gleich drei “Komponenten” zusammen in einer Packung stecken. Man fühlt sich ein bisschen wie ein Kaninchen im Versuchslabor. Denn ich bin mir sicher, die Lebensmittelindustrie testet hier aus, was technisch und sozusagen “kulinarisch”, dem amerikanischen Bürger überhaupt noch zuzumuten ist und stellt dazu Beobachter in die Lobbys der Hotels.

Noch nicht genannt wurde in meiner Aufzählung ein Ständer in dem sich kleine Gebäckstücke befinden sowie Muffins oder Donuts aus industrieller Fertigung, deren Zutatenliste nur ein Chemiker verstehen wird. Auch diese häufig abgepackt. Daneben ein oder mehrere Toaster in dem die ebenfalls vorhandenen Toastscheiben oder Bagels geröstet werden können. Wer nicht gut ausgerüstet ist, holt sich mit seinem Papp- bzw. Styropor-Becher Kaffee aus den großen Pumpkannen. Daneben gibt es einen kleinen Automaten aus dem man Cranberry- und Orangensaft in Strömen fließen lassen kann.
Freuen wird sich, wenn er jemand begegnet, der auf seinem Styroporteller stolz eine selbst gebackene Waffel vor sich her trägt. Denn Waffeln, das sind doch diese wunderbar nach Zimt und Zucker duftenden weich-knusprigen Gebäckstücke, die im Film von der liebenden Mutter im alten Waffeleisen für ihre Kinder gebacken wurden und auf die man sich echten Ahornsirup gießt, oder, bei uns auf Jahrmärkten, Nutella, Sauerkirschen und Schlagsahne auftut bis man fast platzt.

Im Früstücksraum unseres Hotels müssen wir nicht so viel Aufwand treiben. Wohl gibt es zwei Waffeleisen, aber die müssen selbst bedient werden. Daneben befindet sich eine Sprühdose mit Antihaft-Spray und auch bestimmt eine aufgeschnittene Packung einer Fertigbackmischung, oder einen dienstbaren Geist, der den Inhalt einer solchen Packung gerade in einen schon reichlich bekleckerten Spender gießt.
Jetzt müssen wir uns nur noch einen weiteren kleinen Plastikbecher nehmen, diesen mit Teig füllen und in das frisch besprühte Waffeleisen gießen. Nach etwa drei Minuten dürfen wir dann stolz die erste selbst gebackene Waffel auf einem frischen Styroporteller an unseren Platz tragen und klebrigen Sirup darüber gießen.
Jetzt wissen Sie auch, warum ich niemals ohne eine Porzellantasse im Koffer in die USA reise.

Und wie Breakfast in America auch sein kann, das erfahren Sie in der nächsten Geschichte. Bis dahin lassen wir uns ein altes Liedchen singen:






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KOMMENTARE ( 1 )
Veröffentlicht am Samstag, 24. November um 15:00
Diese Art von Frühstück ist einer der Gründe, warum ich - außer in Luxushotels - nie (!) Zimmer mit Frühstück buche. Da fahre ich lieber morgens noch ein paar Kilometer zum nächsten Coffeeshop, wo ich ein echtes amerikanisches Frühstück mit Spiegeleiern, Schinken und Toast oder mein Lieblings-Oatmeal mit Früchten bekomme. Sooo teuer ist das Frühstück in diesen Lokalen gewöhnlich nicht, und ich spare mir dadurch meist das Mittagessen, weil die Frühstücksportionen gewöhnlich ausreichend sind für den ganzen Tag.
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