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Barfußgefühl trotz Schuh – Der Merrell Train Lithe Glove

Erstellt am 11. Juni 2012 von Eiswuerfelimschuh

Das Barfußlaufen kann zu einer richtigen Passion werden, eine Philosophie, die viele Läufer weltweit leben. Erfolgreiche Beispiele gibt es viele, Läufer, die mit kohlenschwarzen Füßen ganz locker einen Marathon absolvieren oder auch ganze Gruppen, die sich zum Beispiel in der Barefoot Running Society vernetzen oder beim Barefoot Running Day zum Barfußlaufen im Juni verabreden. 

Möchte man nicht ganz auf Schuhe verzichten, gibt es verschiedene Hersteller, die unterschiedliche Konzepte anbieten. Neben meinen sehr auffälligen Vibram Five Fingers habe ich auch ein Paar sogenannter Barfußschuhe von Merrell: die Train Lithe Glove.

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MATERIAL

Die Merrell Train Lithe Glove sind flexibel, unglaublich flexibel und das nicht nur, wenn man sie mit den Händen zusammen biegt. Sie sind leicht, sehr leicht, gerade einmal 180g bei Gr.39.

Meine blaue Version der Merrell Train Lithe Glove sind ein Hingucker und das eben, obwohl sie absolut alltagstauglich sind. Die seitlichen Streifen wirken fast wie Wellen und sind stimmig mit einem Grau und hellen Blautürkis abgestimmt.

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Ich finde die Idee ein Obermaterial aus Softshell, das sehr atmungsaktiv aber wasserabweisend ist sehr gut, allerdings ist der Bereich im Vorfuß im Vergleich mit einem weichen Mesh-Material eher fest. Das Material bewegt sich zwar mit jeder Fußbewegung flexibel mit, aber die Falte, die so entsteht, drückt auf meinen Fuß, wenn ich durch sehr wildes Gelände laufe und meinen Vorfuß stark fordere. Auf glatten Strecken merke ich es aber nicht. Ansonsten schmiegt sich der Schuh sehr angenehm an den Fuß und wirkt tatsächlich eher wie ein fester Handschuh als wie ein richtiger Laufschuh. Wie man auf den Bildern sehr schön um den Knöchel herum erkennen kann, ist das Material sehr dünn und ungepolstert. Zwichen meinem Fuß und der Umwelt ist nur sehr wenig Material, einfach nur so viel, um den Fuß vor äußeren Einflüssen zu schützen.

Der Zehenbereich ist noch einmal extra durch eine Gummierung geschützt und die Laufsohle leicht über die Ferse nach hinten oben gezogen.

Die Schnürsenkelösen sind weit auf dem Obermaterial angebracht, wodurch man die beiden Außenseiten sehr gut über der Lasche zusammenziehen kann. So entsteht der Eindruck, als würde der Fuß gehalten werden und der Schuh sitzt so extrem nah am Fuß. Er schmiegt sich insgesamt sehr eng um den Mittelfuß und die Ferse. Im Vorfußbereich bieten mir die Merrell Lithe Glove sehr viel Freiraum und engen so nicht ein.

Die Vibramlaufsohle ist leicht profiliert und ich rutsche deshalb mit den Merrell Train Lithe Glove nur sehr selten. Erst wenn es richtig nass wird, bin ich etwas vorsichtiger. Ich laufe meist über Wiesen und Waldwege und kann deshalb kaum Abrieb, wie häufig berichtet wurde, feststellen.

Die 4mm Zwischensohle und die 1mm Platte im Vorfußbereich dämpfen meine Füße für mein Verständnis nur minimal ab, das Barfußgefühl bleibt für mich fast erhalten.

Die Innensohle aus Mikrofaser ist eine gute Lösung, um den Schuh auch garantiert ohne Strümpfe zu tragen. Auch wenn ich etwas zügiger unterwegs bin, habe ich nicht das Gefühl, dass mein Fußsohlen aufgrund der Reibung heiß werden. Außerdem fühlen sich meine Füße auch bei warmen Wetter angenehm trocken und frisch an. Im ‘Innenraum’ sind keine Nähte zu spüren, alles ist sehr sauber und glatt verarbeitet.

An den Knöcheln ist er sehr flach geschnitten und bietet auch hier absoluten Bewegungsfreiraum ohne dass man die Kanten des Schuhs berührt oder sogar etwas reiben könnte.


Bilder bitte anklicken für größere Ansicht.

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LAUFGEFÜHL

Die Merrell Barfußschuhe oder besser gesagt alle Barfußschuhe sollen sich nicht nur positiv auf die Fuß- und Beinmuskulatur auswirken sondern auch für ein besseres Körpergefühl sorgen. Und schon beim ersten Tragen meiner Merrell Lithe Glove laufe ich irgendwie aufrechter und meine Laufbegleitung ist etwas verwundert. Es fühlt sich nicht nur anders an, sondern sieht auch anders aus. So wie ich nur ganz konzentriert mit anderen Laufschuhen laufe, lauf ich irgendwie automatisch.

Aber ich muss meine Köpermitte mehr stabilisieren, aber was mir wirklich gut gefällt, denn es scheint meiner strapazierten Lendenwirbelsäule gut zu tun. Eben so, wie ich es bei der Physiotherapie gelernt habe. Ich kann nicht mehr so rumlümmeln, es ist fast so, als hätte ich das Sofa gegen einen Sitzhocker eingetauscht auf dem man auch besser aufrecht sitzt. Ich habe keine Chance wie in meinen bequem gedämpften, stützenden und führenden Laufschuhe in eine Schlürfhaltung zu versinken, die mich trotz Konzentration immer wieder mal überkommt. Ich muss lernen selbst meine Füße zu führen; fühlt sich fast so an, als müsse man erst seine Balance, sein Gleichgewicht finden. Das, was mir im Alltag zu Haus, im Garten, am Strand, im Gras oder auch mal auf der Straße so leicht und vertraut vorkommt, ist im Laufschritt so unglaublich ungewohnt.

Die flache Sohlenkonstruktion ruft bei den ersten Malen das Gefühl hervor, die Zehen würden nach oben ragen. Stehe ich einfach nur da, verteilt sich mein Gewicht auf den ganzen Fuß, laufe ich los, mache ich kleine tappelnde Schritte. Vermutlich sehe ich immer etwas hektisch und gejagt aus. Aber genau das, was man als Läufer häufig anstrebt, gelingt mir so mühelos. Eine hohe Trittfrequenz, unendlich viele kleine Schritte werden mit meinen Barfußschuhen ganz selbstverständlich. Langgezogene Schritte sind nicht wirklich möglich, wenn ich sicher landen möchte. Ich laufe ausschließlich über den Vorfuß und spüre meine Zehen intensiv. Keine Dämpfung federt meinen Aufprall ab. Meine Füße sind schnell warm und nach dem Training hält das wohlige Gefühl lange an. Sie sehen stark durchblutet aus und fühlen sich kraftvoll an.

Am nächsten Tag spüre ich meine Fußsohlen, aber auch die Oberseite vom Fuß macht sich bemerkbar. Zu Anfang muss ich sehr vorsichtig sein und es dauerte einige Wochen, bis ich die Distanz ganz langsam steigern kann. Nicht meine Füße jammern, sie wollen immer mehr. Vielmehr ist es der Übergang von der Achillessehne zur Wade, der sich mit starkem Muskelkater bemerkbar macht. Aber auch nicht direkt die Mitte sondern eher links und rechts davon und das Gefühl zieht sich bis zu den Knöcheln. Man braucht schon einige Zeit, bis sich der Fuß und das ganze Drum-Herum daran gewöhnt hat. Ist man aber erst einmal einige Zeit damit unterwegs, freut man sich schon auf das nächste Mal.

Es ist natürlich nicht so, als würde man komplett barfuß laufen, aber man ist sehr nah dran an diesem Gefühl. Es ist nicht unbedingt die Laufsohle, denn die vergesse ich immer relativ schnell, sondern eher das Material, das die Füße nach oben und unten hin abschließt. Der Fuß kann wunderbar atmen, aber ich spüre doch hin und wieder auf dem Spann die Lasche und das Obermaterial.

Klar ist mir aber auch, dass ich noch weit entfernt bin, um die Merrell über längere Strecken oder sogar bei Wettkämpfen zu tragen. Da Bedarf es noch einiges an Übung! Dennoch sind die Train Lithe Glove  für mein Training eine wunderbare Bereicherung. Die Kombination mit intensiven Lauf-ABC Einheiten und der Arbeit an einer stabilen Körpermitte macht mich sicher zu einem noch schnelleren Läufer und klare Tendenzen waren ja schon bei all den Wettkämpfen in diesem Jahr zu erkennen. Außerdem hat mir das Training mit ihnen geholfen viel häufiger mit leichteren Laufschuhen unterwegs zu sein, auch über längere und intensivere Diatanzen.

Komplett auf Schuhe verzichten? Kann man sicher, wie man sehr schön an der Barefoot Runners Society sehen kann. Ich traue es mir aber nur sehr bedingt zu, bei Omi im Garten oder auf dem Sportplatz, denn in der Stadt ist man sicher mit Schuhen wie denen von Merrell besser beraten. Sie bieten dem Fuß Schutz, ohne ihn zu beschweren oder einzuengen und bieten so seinem Träger ein wunderbar ähnliches Barfußgefühl.

Für mich eine lohnenswerte Investition für alle Lauflagen, einfach für jeden, der seinen Füssen etwas Gutes tun möchte und nicht komplett ohne Schuhe unterwegs sein will. An dieser Stelle vielen Dank an Merrell für das Angebot die Train Lithe Glove ausprobieren zu können. Deshalb gibt es auch für mich eine kleine Belohnung für all die Wettkämpfe und den Trainingstress in dieser Saison und damit ich im Urlaub immer und überall „barfuß“ unterwegs sein kann – die Merrell Barefoot Run Pace Glove.

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WEITERE MODELLE

Merrell hat mit seinen Barfussschuhen eine ganze Kollektion herausgebracht, die auf die verschiedenen Bedürfnisse Rücksicht nimmt. Egal ob es um Geländeläufe, Laufen im Wasser, um die Nutzung im Alltag oder um das natürliche Joggen geht. Es gibt auch ein Einsteigermodell, für all jene Läufer, die erst mit dem Barfußlaufen anfangen und vorsichtig einsteigen möchten.

Merrell Barefoot Run Pace Glove

Merrell Barefoot Run Pace Glove


Merrell Barefoot Water Swift Glove

Merrell Barefoot Water Swift Glove


Merrell Barefoot Run Dash Glove

Merrell Barefoot Run Dash Glove


Merrell Barefoot Bare Access Arc

Merrell Barefoot Bare Access Arc


Und was gibt sonst noch?

Merrell bietet zudem auf ihrer Seite ein Informationsportal, in dem sie viele Tipps rund um das Barfußlaufen mit ihren Lesern teilen.

Zum Abschluss noch ein interessantes Video, welch positiven Einfluss Merrell Barfußschuhe auf das Laufen und den Körper haben.

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