Apple erntet derzeit herbe Kritik für die geänderten Lizenbestimmungen der Lehr- und Schulbuchsoftware iBooks Author. Ed Bott, der Chefredaktor von ZDNet.com kritisiert, dass Apple mit dieser Politik einen offenen Standard bei E-Books verhindert.
ZDNet Chefredaktor Ed Bott: “teuflisch gierige Lizenzbestimmungen”

ZDNet Chefredaktor Ed Bott: "in all den Jahren habe ich noch nie so eine EULA gesehen."(©Ed Bott - Googleplus-Profil)
In einer ersten Reaktion hat sich Bott bereits aus der Sicht eines Journalisten der auf gute E-Book Shops angewiesen ist geäussert und der Titel des Artikels “Apples gierige, jede Vorstellungskraft übersteigende Lizenvereinbarung” lässt keinen Zweifel offen, was Bott von Apples neuer Politik hält. So dürfen kostenpflichtige iBooks ausschliesslich über Apples eigenen Shop verkauft werden, das verhindert einen Wettbewerb von vornherein.
“noch nie so eine EULA gesehen”
Die neuen Apple-Lizenzbestimmungen für die Lehr- und SchulbuchsoftwareiBooks Author lösen massive Kritik aus. Apple sei gierig, weil kostenpflichtige Bücher nur über iTunes verkauft werden dürfen. Bott weiss genau wovon er spricht, er arbeitet schon viele Jahre bei ZDNet und hat in dieser Zeit schon hunderte Lizenzabkommen studiert. Er schreibt, dass ihm in all den Jahren noch nie so eine gierige EULA untergekommen sei. Apple räume sich nicht nur Rechte an der Software selber, sondern auch an der Arbeit der Nutzer ein.
Die Lizenzbestimmungen von iBooks Author sind wirklich dreist:
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"drum prüfe die EULA wer sich ewig bindet.." (© Bild: apple.com)
IMPORTANT NOTE:
If you charge a fee for any book or other work you generate using this software (a “Work”), you may only sell or distribute such Work through Apple (e.g., through the iBookstore) and such distribution will be subject to a separate agreement with Apple.
Abschnitt 2:
B. Distribution of your Work. As a condition of this License and provided you are in compliance with its terms, your Work may be distributed as follows:
(i) if your Work is provided for free (at no charge), you may distribute the Work by any available means;
(ii) if your Work is provided for a fee (including as part of any subscription-based product or service), you may only distribute the Work through Apple and such distribution is subject to the following limitations and conditions: (a) you will be required to enter into a separate written agreement with Apple (or an Apple affiliate or subsidiary) before any commercial distribution of your Work may take place; and (b) Apple may determine for any reason and in its sole discretion not to select your Work for distribution.
30 Prozent Provision auf alle verkauften Dokumente
Apple räumt sich durch diese Lizenzbestimmungen das Recht ein, auf Dokumente die mit der Software erstellt und anschliessend verkauft werden eine Provision von 30% zu erheben. Zudem dürfen kostenpflichtige Bücher auschliesslich über den iBooks Store verkauft werden. Man stelle sich einmal vor, was passiert wenn Microsoft eine solche Provision erheben würde und den Nutzern von Office vorschreibt, wo sie ihre Dokumente publizieren dürfen und wo nicht- die Office-Nutzer würden Sturm laufen, aber es kommt gleich noch besser.
Der nächste Teil der EULA ist noch erschreckender:
“Apple ist nicht verantwortlich für irgendwelche Kosten, Ausgaben, Beschädigungen oder Verluste oder entgangene Profite, die ihnen entstehen wenn ihre Arbeit nicht für den Apple Store zugelassen wird.” Ein Alptraumszenario wie Ed Bott richtig schreibt- man arbeitet sich an einem genialen literarischen Meisterwerk die Finger wund, das man zu einem guten Preis verkaufen kann, kopiert es in iBooks Author und leitet es dann weiter zu Apple- und die Veröffentlichung des Buchs wird abgelehnt.
Bücher verschenken als Lösung ?!
In so einer Situation wäre der Autor ziemlich angeschmiert. Die einzige Möglichkeit, die dem Autor dann laut den Lizenbestimmungen von Apple noch bleibt, ist das Buch zu verschenken aber das ist für die meisten Autoren keine akzeptable Lösung Und so wird man sich als Autor auf die Suche nach einer besseren Alternative machen. Dann bleibt beispielsweise noch Amazon. Bei Amazon sind die Einnahmenforderung die laut Cult of Mac zwischen 30 bis 70 Prozent liegen zwar auch nicht eben bescheiden, zumindest ist die Gefahr, dass ein Buch bei Amazon durchfällt deutlich geringer.
Klage wegen Verletzung der Urheberrechte gegen Apple in China
Apple hat derzeit auch eine Klage von 9 chinesischen Autoren am Hals. So sollen in Apples Store illegale Kopien ihrer Bücher verkauft worden sein. Ein Pekinger Gericht hat ihre Klage über 1.48 Millionen Euro gutgeheissen. Bei Zhichang der die Interessen der Autoren vertritt, erklärte im Interview mit der South China Morning Post: “Apple respektiert das geistige Eigentum von anderen nicht. Sie haben während der Prüfung nichts unternommen, um den Verkauf von gestohlenen Büchern zu unterbinden.”
Bei Zhichang: “Millionenverluste für Autoren und Verlage”
“So verdient Apple zu 30% am Umsatz. Einige der bestverkauften Bücher wurden über eine Milllion mal heruntergeladen, was den Autoren Millionenverluste (Yuan) beschert hat- es gibt dutzende von Mainstream-Autoren und Apple hat den Autoren, Verlagen und den Online- und Offline Büchhandlern insgesamt einen Verlust von rund einer Million Yuan beschert.”
Schutz der Urheberrechte bei Apple ungenügend
Wenn man diese Fälle betrachtet, ensteht klar der Eindruck, dass Apple zu wenig unternimmt um die Rechte der Autoren zu schützen und auch die Urheberrechte der Nutzer scheinen bei Apple nicht an vorderster Stelle zu stehen. Apple wird im iBook-Store in Zukunft wohl noch deutlich mehr Bücher verkaufen und eine Firma die einen so hohen Marktanteil besetzt hat auch eine dementsprechende Verantwortung und muss die Urheberrechte der Autoren und Verlage selbstverständlich auch dementsprechend durchsetzen und schützen. Die Lizenzbestimmungen von iBooks Autor sind derzeit bedenklich und Apple tut gut daran die EULA noch einmal zu überarbeiten.
Apfelblog.ch: “Wo bleiben die Bücher im Schweizer iBook-Store?”
Im Schweizer iBook Store ist die Auswahl an Büchern war die Auswahl lange sowieso eher mau- so fragteApfelblog.ch vor einiger Zeit: “wo bleiben die Bücher für den iBook Store Schweiz ?” Eine gute Frage- vielleicht sind die Schweizer Autoren einfach vorsichtig und haben die Lizenzbestimmungen der Software vorher durchgelesen, wer weiss.
via golem.de







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