Ressort Liebe & Co

Annäherung - Sex ist Kommunikation

Erstellt am 16. Januar 2011 von Mademoisellenocturne
Es gibt viele unterschiedliche Arten, einer ersten sexuellen Begegnung entgegen zu treten. Oft ist zwischen den zwei Personen unausgesprochen, was geschehen wird. Ob etwas geschehen wird. Wie es überhaupt um die Anziehung steht. Ist man selbst allerdings interessiert, wird man vor einer Verabredung bestimmt schon im Vorfeld einiges an Vorarbeit leisten. Ausgiebige Körperpflege, sich überlegen, was man anzieht. Gedanken an die Wirkung dieser oder jener Kleidung verschwenden. Sich einen Kopf machen.
In gewisser Weise sind dies Momente, die ich gerne genieße. Es ist irgendwie spannend. Und man ist aufgeregt. Die Gedanken kreisen unaufhörlich um das, was geschehen könnte, sollte, wie man dort hin gelangt, ob die andere Person denn auch will, oder doch nicht. Man hat Angst, Hoffnungen, Vorfreude, Aufregung, Lampenfieber, Erwartungen. Man kann das genießen, es kann einen aber auch wahnsinnig machen! Interessanter Weise kommt dieser Nebeneffekt erster "Begegnungen" automatisch. Egal, wie gut man sich darauf vorbereitet hat, also in wieweit die Fronten geklärt sind. 
Ich überlasse solche Dinge ungerne dem Zufall. Zumindest nicht, wenn ich keine  Beziehung anstrebe. Da ich in dieser Hinsicht bestens versorgt bin, geht es mir somit bei derlei Begegnungen um unverbindlichen sexuellen Austausch mit Personen, die mir sympathisch sind, ich interessant und sexuell anziehend finde. Aus diesem Grund, weil Sex in diesem Fall für mich einfach eine erweiterte Form der Kommunikation ist, bzw. Kommunikation auf einer hauptsächlich körperlich-sinnlichen Ebene, vermittel ich lieber möglichst zeitlich, dass ich sexuell interessiert bin. 
Das ist unromantisch. Ja! Das soll es auch! Romantik fände ich in dieser Hinsicht unangebracht. Ich möchte gerne Sex haben, mit einer Person, die mich auf dieser und auch auf anderen Ebenen anspricht. In diesem Zusammenhang muss ich auch immer an eine Szene aus dem Film "A beautiful Mind" denken. Da sagt der Protagonist zu einer hübschen Frau in einer Bar: 
"Ich weiß nicht, was genau von mir zu sagen erwartet wird, damit du Verkehr mit mir hast, aber könnten wir davon ausgehen, dass ich das alles gesagt habe? Ich mein im Wesentlichen sprechen wir von Flüssigkeitsaustausch. Könnten wir nicht einfach direkt zum Sex übergehen?"
Macht man es aber über die subtile Ebene, so wird es entweder schwierig, weil man sich nicht so recht traut, Indizien beim Gegenüber abwartet, die irgendwie andeuten, dass Interesse besteht. Oder es ist schwierig zu vermitteln, dass man Sex haben möchte, aber auf keine Beziehung hinaus ist. Weil man schon eine hat. Ja, aber man geht auch nicht fremd. Ist schon komisch, so etwas gut rüber zu bringen, wenn man nicht schon vorher diese Parameter abgesteckt hat. 
Deswegen - auch wenn Sex (für mich) Kommunikation ist, fängt die Kommunikation über Sex bei mir meistens schon weit im Vorfeld an. Ich möchte gerne wissen, wie es um eine tendenzielle sexuelle Anziehung steht. Auch wenn sowas weitestgehend als unromantisch aufgefasst wird, kann es ja auch schmeicheln zu wissen, dass andere Personen sich von einem angezogen fühlen. Es hilft mir auch bei der Planung, also alleine schon aus pragmatischen Gründen halte ich solche Informationen für sehr wertvoll. Eine erste Tendenz ist zudem ja auch nicht verbindlich. Verbindlich ist ohnehin nichts. Wenn es im entscheidenden Augenblick nicht passt, zu viel wird, etc. ist das so. 
Aber dennoch: Immer diese vorgeschobenen Gründe, sich zum Videoabend zu zweit verabreden, ins Kino gehen, sich über Stunden in Zurückhaltung üben und dann auch noch nicht wissen, wie die andere Person einen findet... Damit macht man es sich doch unnötig schwer. 
Schwer genug ist es ja schon, überhaupt die passende Worte zu finden, um sexuelle Anziehungskraft zu äußern. Es kostet mich auch Überwindung, schließlich hat man doch immer Sorge, Ablehnung zu erfahren, aber wenn es positiv ausgeht, kann man Zuversicht erlangen und das ist gut fürs Selbstvertrauen.
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