Ressort Film

ANNA KARENINA Filmkritik

Erstellt am 23. April 2013 von Blogbusters

Eine Verfilmung des Romanklassikers von Lev Tolstoi klingt durchaus verlockend. Noch verlockender ist die Tatsache, dass sich Regisseur Joe Wright an diesem russische „Ehebruch – Drama“ versucht. Nach wundervollen Filmen wie Moulin Rouge, Abbitte oder Stolz und Vorurteil können wir uns also auf ein neues visuell beeindruckendes Spektakel freuen.

Filmszene: ANNA KARENINA (2013)

Anna Karenina (Keira Knightley), inmitten der russischen High Society des 19. Jahrhunderts, lernt trotz Ihrer lieblosen Ehe mit dem Staatsbeamten Alexei Karenin (Jude Law) den attraktiven Grafen Vronksy (Aaron Taylor-Johnson) kennen und verliebt sich unsterblich. Anna stürzt sich kurzerhand in eine leidenschaftliche Affäre. Doch diese Begegnung reibt sich mit der Moral der Ehe in der russischen Gesellschaft. Anna`s Bruder, der Fürst Oblonski (Matthew Macfadyen), betrügt seine Frau Dolly (Kelly MacDonald) mit einer Prostituierten. Der Gutsbesitzer Levin (Domhnall Gleeson) hält derweil um die Hand von Dollys jüngeren Schwester Kitty (Alicia Vikander) an, diese erhofft sich jedoch insgeheim einen Antrag von Graf Vronsky. Eine verworrene Geschichte dreier Adelsgeschlechter, die durch unterschiedliche Verwandtschaftsverhältnisse miteinander verbunden sind.

Filmszene: ANNA KARENINA (2013)

Wrights Muse Keira Knightley überzeugt auch in dieser Titelrolle mit hochkarätiger Leidenschaft, Verzweiflung und Emotion während Jude Law als liebloser und gefühlskalter Ehemann glänzt, der sich nur an die gesellschaftlichen Regeln klammert und dadurch seine Verletzlichkeit überspielt.

Alles in allem ist der Film trotz Starbesetzung und fantastischer Filmmusik etwas langatmig. Die Tragik, die sich durch den ganzen Film zieht ist irgendwann nicht mehr auszuhalten. Daher ist auch die Liebesgeschichte zwischen Gutsbesitzer Levin und Kitty wie ein frischer, positiver Gegenwind und lässt den Film über die unglückliche Liebe zwischen Anna und Vronsky nicht ganz so dramatisch erscheinen. Und leider war es das dann auch schon…

Filmszene: ANNA KARENINA (2013)

Regisseur Joe Wright zaubert wie erwartet ein visuelles Meisterwerk mit wundervoller Filmmusik auf die Leinwand. Wer auf Adel, Anstand und poetische Dialoge abfährt, kommt mit Anna Karenina auf seine Kosten; auch weil solche Rollen Keira Knightley wie auf den Leib geschneidert sind.



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