Adrian McKinty – Ein letzter Job

Adrian McKinty – Ein letzter Job

Eigentlich ist Killian ja schon “in Rente”, der wortgewandte Gangster hat sich aus seinen Geschäft zurückgezogen. Aus einer finanziellen Notlage heraus hat der Vagabund sich aber dazu entschieden, einen letzten Job anzunehmen. Er soll die Exfrau von Richard Coulter, Besitzer einer Fluglinie aufspüren. Eine halbe Million Pfund bietet Coulter ihn, wenn er die verschwundene Ex sowie die beiden Töchter findet und zurück bringt. Zunächst denkt Killian, Rachel und die Kinder aufzuspüren wäre nur ein gewöhnlicher, nicht sonderlich anspruchsvoller Job, aber auf der Jagd auf die abtrünnigen Coulters wird ihm klar, dass der Job einen Haken hat und es sich nicht einfach nur um ein Familienzerwürfnis handelt. Plötzlich ist ein skrupelloser russischer Killer hinter ihn her und als er Rachel schließlich findet ändert sich seine Situation gravierend.

Vielversprechende Story, nur leider hängt es ein bisschen an der Umsetzung. Für meinen Geschmack ist einiges einfach zu sehr an den Haaren herbei gezogen, einige Konflikte schwelen nicht lange genug sondern sind einfach auf einen Schlag da. Ein Stilmittel, das man durchaus verwenden kann, allerdings geht es hier auf Kosten der Spannung. Mir fehlt das Vorspiel, ich werde nicht genug geteased um wirklich voll in die Geschichte eintauchen zu können. Außerdem stören mich Logikfehler. Es gibt z.B. eine Szene, in der beschrieben wird, dass Killian sich Badewasser einlässt. Anschließend rasiert er sich und verlässt das Haus. Äh…okay? Kleinkram, mag sein, aber wenn solche Dinge vermehrt auftauchen stört es mich schon sehr.

Letztendlich werde ich mit Adrian McKintys Stil nicht warm. Zu viel “aye”, zu viel irischer Lokalkolorit und zu wenig Charakter. Ich habe leider auch nach den fast 400 Seiten kein richtiges Bild vom Protagonisten im Kopf, auch wenn die Story gegen Ende hin durchaus wieder etwas Fahrt aufnimmt. Allerdings nicht genug, ich habe einfach mehr erwartet und fand insbesondere das Ende dann auch sehr unbefriedigend.

Vielen Dank an vorablesen.de und den Suhrkamp-Verlag!



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